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Lübeck, 3.9.1919. Elwine Ude(23) wechselt ihren Nachnamen.
Ehemann ist Pastor Hans Johler(37).

Links neben dem Hochzeitspaar sitzt Elwines Großvater, der Lübecker
Kaufmann Adolf Lampe,72. Rechts hat man Julie Ude, platziert, die Großmutter
von Hans. Auch sie ist 72 Jahre alt.

Alle Hochzeitsgäste (v.l.)oben:Freund, Mimi (Wilhelmine) Dimpker
geb. Krickhuhn, Vater Rudolf Ude, Ruth Mause, Freund, Walter Heyesen,
Rudolf Ude jun.
sitzend:Maria Ude, Mutter Elwine Ude, Brautpaar, Julie Ude, Adolf Lampe,
Tante Thiel (Nachbarin)
unten: Inge Ude, Gerda Ude (Cousine), Heinrich Ude.

Lübeck, 1919. Kurz vorher trifft man sich zur Verlobung von Hans
und Elwine in ähnlicher Formation:
v.l.oben:unbekannt, Mimi Dimker, Elwine und Hans, Irmgard und Ingo Johler,
Vater und Sohn Rudolf Ude.
v.l.Mitte: Nachbarin Tante Thiel, Elwine Ude, Marie Johler, Julie Ude,
Gustav Johler, Adolf Lampe.
v.l. unten: Hein und Inge Ude, Karlaugust Johler.

Morsum ca. 1920. Blick von Nordwesten...

... und Südwesten.
Zum Pastorat gehört auch ein landwirtschaftlicher Betrieb, ohne
den Hans Johler nicht überleben könnte. Die Landwirtschaft
wird erst 1926 aufgegeben. Im Jahr 1917 kauft Pastor Johler eine Kuh,
die sein halbes Jahresgehalt kostet.

Morsum ca. 1920. Blick von Süden.
Nach der Zählung von 1924 hat die Gemeinde 497 Einwohner. Zu den
Predigt-Gottesdiensten kommen 1925 durchschnittlich 49 Erwachsene (Abendmahl
99). 1921 waren es noch 55 Besucher.
  
Morsum. ca. 1919. Die Kirche mit der
alten Dorfschule.

Morsum 1919.

Morsum, Pastorat. Elwine Johler guckt zur Pöster
raus.

Morsum,6.1.1922. Elwine mit Sohn Ekkehard im Morsumer Pastorat.
Dieses Foto schießt und entwickelt Nachbar Andreas Lauritzen,
der spätere Schwiegervater der noch nicht geborenen
Tochter Karin Johler.
In diesem Winter friert das Wattenmeer zu. Pastor Johler überquert
das Eis zum Festland zu Fuss am 9. und 13. Februar 1922.

Morsum, ca. 1924. Pastors Kuh.
Der landwirtschaftliche Betrieb im Pastorat, der im Notjahr 1917 eingerichtet
wird, bleibt bis zum Januar 1926 erhalten. Die 1. Kuh kostet 1917 das
halbe Jahresgehalt des Pastors Johler. Jens Booysen berichtet 1828,
dass Prediger nicht nur von den zum Pastorate gehörenden Ländereien
leben, sondern vom Ertrag des "Klingelbeutels" am Neujahrstag,
Gebühren für Heiraten, Beerdigungen, Konfirmationen sowie
für Geburts- und Taufscheine.
Im Hintergrund der "Sylter Hof".

Morsum, 29.6.1924. Hans Johler schiesst dieses Foto
von seiner Frau Elwine und seinem Sohn Ekkehard
für seinen Vater Gustav Johler. Es soll seinem Vorschlag nach
in die Bildergalerie im Frühstückszimmer in der
Bärenallee in Hamburg eingereiht werden. Vater Hans nennt
seinen Sohn hier Ekkemann
(gemäß Vermerk auf der Bildrückseite).

Grossmutter Elwine Ude mit ihrem ersten Enkelkind Ekkehard Johler.
Sylter Weststrand, 12.8.1925. Hans und Elwine (r.)
Johler haben Besuch von Tilly
Hinsch (l.) aus Trittau.

Morsum, 21.6.1925.
Elwine Johler mit ihrern Kindern Ekkehard und Karin.

Vogelkoje, 4.6.1925. Familienausflug der Familie Johler mit Freunden
aus Morsum. Mit dabei sind rechts von Hans Getje Lauritzen mit ihrem
Sohn Georg Julius, der spätere Schwiegersohn von Elwine und Hans.
Ekkehard Johler im Matrosenanzug.
Der Pastor von Morsum/Sylt(42) in seiner Amtstracht (1920).

Morsum, 23.5.1926. Hans Johler mit Sohn Ekkehard vor dem Pastorat.

Morsum, Ostern 1927. Pastor Hans mit Ehefrau Elwine und den Kindern
(v.r.) Roland, Karin, Ekkehard sowie Hausmädchen Lilly vor dem
Pastorat.-
Ab Februar 1927 wird der Wall im Norden des Pastoratgartens, der durch
den Dammbau gegen die künftige Bahnhofstrasse grenzt, in dazu von
Kirchenvertreter Anton Jensen gelieferten Feldsteinen neu -in Beton
gebettet- aufgesetzt.

Westerland, 29.8.1926. Hans und Elwine Johler (v.r.)
1924. Elwine Johler(o.,38) mit Sohn Ekkehard.
Rechts Elwine Johlers Mutter Elwine Ude geb. Lampe(61).
Links deren Mutter Julie Ude geb. Utermöhlen(77).

Mit solchen Emaille-Schildern wird für die Fahrt nach Sylt geworben.
Der Hindenburgdamm wird erst 1927 eingeweiht.

Widmung: "Herrn und Frau Pastor Johler in dankbarem
Gedenken an die schönen Stunden gemeinsamer Arbeit
von der Verfasserin. Erfurt, 6. Okt. 1930."

Morum/Sylt 1.6.1927. Patenkind Karin Johler auf dem Arm ihrer Mutter
Elwine überreicht dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg
einen Blumenstrauss. Anlass ist die Einweihung des Hindenburgdammes.
mehr zum Dammbau

Morsum 30er Jahre. Der frühere Zugang zur Kirche von der
ehemaligen Dorfschule aus.

Flensburg, Falkenberg 13. Pastor Johlers Familie wohnt hier nach
Ende seiner Dienstzeit von November 1927 - April 1929. Während
dieser Zeit arbeitet Pastor Johler schon în Hamburg und wohnt
in der Zeit bei seinen Eltern in der Bärenallee 60. Er bekommt
Besuch aus seiner früheren Gemeinde Morsum. Es besuchen ihn (v.l.)
Peter Körner, Paul Kayser, (Ehepaar Johler), Hannes Hebbeln (ehemaliger
Lehrer in Morsum, derzeit Flensburg, Strucksdamm 9), Anna Kayser, Andreas
Lauritzen, Getje Lauritzen, Grete Hebbeln. Davor die Kinder der Familie
Johler.
Flensburg,
ca. 1927. Falkenberg 13
Roland, Ekkehard und Karin Johler.

Flensburg, 1928. Karin, Ekkehard, Roland Johler.

Roland und Karin Johler

Roland (5) und Karin Johler(6).

1931. Interessante Interpretation: Dieses Bild von Ekkehard,
Karin und Roland (v.l.) zeichnete eine Portraitmalerin aus dem Nachbarhaus
Grasweg 38 (Elena Luksch-Makowsky 1878 - 1967). Der gelegentlich etwas
melancholische Blick Rolands ist ihr schon damals als scharfe Beobachterin
offensichtlich aufgefallen.

Roland Johler (4-5)


Ostern 1933. Karin, 8, und Ekkehard Johler,11.

Hamburg, 30er Jahre. Im ersten Stock links in Gryphiusstr. 3
wohnt Familie Johler, Elwine bis Ende der 50er Jahre. 1937, erinnert
sich Tochter Karin verh. Lauritzen, wurde der erste elektrische Bosch-Kühlschrank
angeschafft. Bis dahin kühlte man mit Eis, das in ca. 1 Meter langen
Barren angeliefert wurde. Elwine Johler war Luftschutzwart im Haus.
Während der Bombenangriffe auf Hamburg im Sommer 1943 saß
die Familie mit ihren Nachbarn oft und teilweise lange im Luftschutzkeller.
Wenn Luftminen in der Nähe hochgingen, fing das Herz an zu klopfen.
War es ruhig, lernte man über Gespräche die Nachbarn kennen.

Hamburg, Anfang der 30er. Elwine Johler.
Dr. Hans Johler
Hamburg, ca. 1932. Hans Johler auf einem Ausflug mit den
Holsaten auf der Elbe. Die Holsaten sind ehemalige Schüler
der
Albrecht-Thaer Oberrealschule vor dem Holstentor in Hamburg,
die sich in der Vereinigung Holsatia zusammengeschlossen haben.

1937. Hans Johler mit Sohn Ekkehard auf der Veddel.
Hamburg
1938. Elwine Johler mit ihren Kindern Ekkehard und Karin (r.) und
Roland unterhalb des U-Bahnhofs Hudtwalkerstraße.
Brief von
Enkel Ekkehard Johler an seine Grossmutter Elwine Ude (1940)
(Achtung: 6 MB pdf-Datei)


Hamburg, 1941. Noch sind alle zusammen. Familie Johler (v.l.):
Karin, Elwine, Ekkehard, Hans, Roland. Roland hatte an einer Privatschule
am Baumwall in Hamburg einen Klassenkameraden mit gleichem Namen, allerdings
als Nachname. Der wurde später Filmregisseur. Vorname Jürgen.
...später:

Ekkehard Johler
Bremen, Januar 1942. Ekkehard Johler absolviert seit 1941
seine
Grundausbildung in Bremen Osterholz. Gegen Ende dieser
Grundausbildung lässt er sich fotografieren. "Man weiss
ja nie... " Die Ausbildung zum Nebelwerfer erfolgt ab Herbst
1941 in einer Kasernenanlage in Celle, den noch heute so genannten
Nebelkasernen. Sie werden gegenwärtig von den Engländern
genutzt. Ekkehard Johler wohnt zu der Zeit ca. ein halbes Jahr auf
dem Bauernhof der Familie Otte in Groß-Hehlen, Familienanschluss
inklusive. Diese Form der privaten Unterbringung war seinerzeit
dort durchaus üblich. Das damals von Ekkehard bewohnte Zimmer
ist noch heute (2003) praktisch unverändert erhalten geblieben.
Paul Heinz Otte, damals 12 Jahre alt, erinnert sich noch gut an
Ekkehard Johler. Er besitzt zwei Briefe von Ekkehard aus Stalingrad
sowie als Geschenk eine Bibel und den Roman Dammbau, der
sich u.a. mit Vater Hans Johlers Rolle beim Dammbau nach Sylt beschäftigt.
Am 8. Mai 1942 wird Ekkehard Johler mit seiner Einheit zu seinem
ersten Einsatz nach Stalingrad geschickt (Quelle: Paul Heinz Otte).
Er wird in einer Nebelwerfer-Einheit als Fernmelder eingesetzt und
kehrt aus Stalingrad
nicht mehr zurück. Wir haben als Familie nichts Konkretes
über seinen Tod in Erfahrung bringen können.
Aus den Nebelwerfern werden später Werfer, d.h. Einheiten,
die stalinorgelähnliche Geschütze bedienen. |
Ekkehard Johler(o.) im Felde, vermutlich Russland Sommer 1942.
Bei den Kameraden könnte es sich um u.a. um Fauth und Hampel handeln.


Ca. 1942. Ein sehr ernster und etwas hagerer Hans Johler in einem Portrait
von Elena Luksch-Makowsky. Das Original war farbig. Oben links findet
sich das Johler-Wappen. Das Originalbild ist leider bei der Ausbombung
der elterlichen Fabrik 1943 verbrannt. Elena Luksch-Makowsky war eine
zeitlang Nachbarin von Familie Johler in Hamburg Winterhude. Das Beileidsschreiben
an die Witwe:
17. September 1943
Theielengasse 4 II 2/3
Hamburg 39
Liebe Frau Pastor Johler!
Als ich die Nachricht von dem schweren Verlust in Ihrer Familie
las - war ich ehrlich erschüttert und trauere aufrichtig mit
Ihnen. Mein Vorhaben - beim letzten Geleit dabei zu sein - habe
ich leider im Wirbel der jetzigen Geschehnisse nicht ausführen
können - was ich sehr bedauere.Ich hättte Ihnen auch geschrieben
und nun senden Sie mir die Trauernachricht. Schon in den
letzten Tagen des Lebens am Grasweg habe ich die größte
Sympathie zu Ihrem Gatten gehabt und auch zu Ihrer ganzen lieben
Familie. Dass ich zehn Jahre später anlässlich der Protraitarbeit
in engeren Kontakt mit meinem Modell kam, hat meine hohe Meinung
nur verfestigt - die umfassenden Gespräche waren freundschaftlich-verwandten
Karakters. Ich freute mich über den gesprächigen, unerschrocken
so überaus gütigen, aktiven - und grosszügig talentierten
Menschen. Die Tätigkeit von Pastor Dr. H. Johler brachte ihn
mit so Vielen zusammen - und ich weiss, dass die Menschen - Gemeinde
die die Abberufung von ihrem Pastor beweinen wird - gross ist. Vielleicht
gehöre ich aber zu den wenigen Vielen die ihn nicht missverstehen
konnten und richtig schätzten. Meine künstlerische und
psychologische Erfahrung befähigen mich dazu. Es wäre
schön gewesen wenn er diese Zeit überlebt hätte und
später alles hätte besprochen und gewertet und beurteilt
werden können. Viel zu früh, so dünkt es mir, ist
Ihr guter Riese - gegangen. Seien Sie versichert, liebe Frau Pastor,
dass ich ihm ein unvergängliches Gedenken bewahre, in echter
Freundschaft. Dem - an sich arbeitenden, dem kämpfenden und
dem in tausend spontanen Einfällen sich verschwendenden Menschenin
aktiver Güte - immer bereit eine Freude dem anderen zu gönnen
- dem Tapferen - dem viel Unbill wiederfahren ist.
Ich werde in nächster Zeit zu Ihnen kommen, um mehr zu hören,
wenn Sie es erlauben. Die Andeutungen in der Mitteilung weisen ja
auf ein gnädiges, ruhmvolles Ende, eine grosse Gnade Gottes,
dessen Diener er im vollen Sinne war.
Ihre Elena Luksch-Makowsky
P.S. Bitte mir zu sagen ob das Portrait noch vorhanden ist, und
nicht etwa bei den Angriffen gelitten hat? In diesem letzten Falle
würde ich es wiederholen, anhand der Photographie von dem Bild. |

Sommer 1947. Roland Johler im Kriegsgefangenenlager Friedrichsruh
- Sachsenwald. Er war dort als Waldarbeiter bei der 891. German
Labour-Service Group P.W.-Dienstgruppe zwangsbeschäftigt.
Die Kriegsgefangenen hatten gelegentlich Ausgang. So konnte Roland
auch zu Besuchen zu seiner Familie nach Hamburg. Ein Vater seiner
Schulfreunde Claus und Paul, von Beruf Arzt, versuchte vergeblich
mit der Vergabe von fieberauslösenden Spritzen eine vorzeitige
Entlassung zu erreichen. Roland kam lediglich auf die Krankenstation.
Roland Johler wurde 1944 als 17jähriger eingezogen und dann
in Holland und Belgien gegen die Alliierten Invasionstruppen eingesetzt.
Dort erlebte er Traumatisches, das ihn bis zu seinem Tod gelegentlich
aus dem Schlaf riss (z.B. die Beobachtung von aus dem Bauchraum
quellenden Gedärmen). Nach der Gefangennahme kam er zunächst
nach Berleburg ins Sauerland in Kriegsgefangenschaft, wo er in der
Gegend von Laasphe Bäume fällte. 1945 gab es zunächst
keine festen Unterkünfte. Die Kreigsgefangenen wurden auf einer
Wiese wie Vieh gehalten. Sie versuchten sich, mit dem Graben von
Erdlöchern vor der Witterung zu schützen. Später
trug er aus Säcken genähte Hosen und Holzschuhe, war abgemagert,
wie seine Schwester Karin berichtet. Karin, die ihn damals besuchte,
war 1945 (?) dorthin per Anhalter mit Lastwagen unterwegs, den einzigen
Fahrzeugen, die damals fuhren.
Noch ca. 1945 sollten einige Gefangenen entlassen werden und dazu
auf einen LKW steigen. Roland gehörte zu der Gruppe. Kurz bevor
er auf die LKW-Pritsche klettern konnte, fragte ihn jemand nach
Feuer. Roland gab es ihm und in der kurzen Zeit, die die höfliche
Geste dauerte, war der LKW voll, die Klappe ging hoch. Roland standen
dadurch zwei Jahre Kriegsgefangenschaft bevor.
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Hamburg April 1964. Roland Johler wohnt jetzt in der Parkallee
14, ist Schiffsausrüster, heiratet. Nach der Rückkehr aus
der Kriegsgefangenschaft 1947 absolvierte er mit 22 Jahren noch eine
Lehre als Kaufmann im Papierwarengroßhandel Steffen in Othmarschen.
Danach folgten Stationen in dem Rauchwarengeschäft Lehmann, das
mit Tierhaaren handelte, die zu Hüten verarbeitet wurden, dem Schuhhaus
Prange am Jungfernstieg, eine Tätigkeit als angestellter und später
auch unternehmerische Verantwortung tragender Schiffsausrüster.
Den Abschluss seiner beruflichen Laufbahn erlebte Roland Johler als
Außendienstmitarbeiter bei Beiersdorf, wovon er u.a. -wie ich
mich erinnere- stolz erzählte, dass er als erster die Idee hatte,
an ALDI zu verkaufen und auf einen Schlag für einen 6stellligen
DM-Betrag Tesa-Produkte veräußern konnte. Roland Johler starb
am 5.2.1993 in Hamburg.

Hamburg, ca. 1985. Roland Johler.

Kiel, Januar 1975. Elwine Johler (2.v.l.) im Seniorenheim Holtenau.
Tochter Karin wohnt zu der Zeit in Kiel-Wik.

Hamburg 1986. Elwine Johler feiert im Haus ihres Sohnes Roland
ihren 90. Geburtstag.

Morsum, Friedhof 1991.

Morsum, Juli 2002. Ulle Weber (l.) liest im Moasem Hüs aus
Margarete Boies Roman Dammbau. Hier ist sie im Gespräch
mit Karin Lauritzen, der Tochter des Pastors Hans Johler, einer Hauptfigur
des Romans.
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Daniel
Gustav Hans Johler ist seit 1913 in seiner ersten Anstellung
Pastor in Morsum auf Sylt. Er heiratet am 3.9.1919 Katharina
Julie Elwine Ude aus Lübeck. Beide wohnen im Morsumer
Pastorat.
Hans und Elwine Johler haben 3 Kinder:
1.) Ekkehard Harro Godwin Erk Johler
* 21.10.1921 in Morsum
als Soldat vermisst in Stalingrad am 15.1.1943
>Ekkehards
letzte Briefe aus Stalingrad
Private
Fotos von Ekkehard Johler vom Stalingradfeldzug
2.) Karin
Runtraut Elwine Johler *7.2. 1925 in Morsum
3.) Roland Rudolf Ingo Johler
* 21.6.1926 in Morsum
heiratet zunächst Annegret Eckhoff:
1 Kind York
In zweiter Ehe ist Roland Johler mit Brigitte Batista verheiratet:
1 Sohn Roman (verheiratet mit Margret Taskiran)
In die Dienstzeit von Hans Johler
in Morsum fällt u.a. der Dammbau
nach Sylt. Hans Johler kümmert sich als Seelsorger auch um die
vielen (1500?) Arbeiter, die in das sonst so abgeschottete Dorf gekommen
sind. Das führt zu Spannungen mit der eingesessenen Bevölkerung,
die u.a. den Stoff für Margarete
Bojes Roman "Dammbau" liefern.
1915 meldet sich Pastor Johler zum 2. Mal freiwillig für den Dienst
mit der Waffe. Das königliche Konsistorium lehnt den Antrag ab, da
zur notdürftigen seelsorgerischen Versorgung der Insel zwei Geistliche
notwendig seien. (vgl. Dannenberg, S. 122)
Woher kommt diese Bereitschaft, in den Krieg zu ziehen? Eine Antwort darauf
findet sich vielleicht in der Erziehung während der Kaiserzeit. Folgende
Zeilen leiten die Festgabe der Stadt Wandsbek für ihre Jugend
von1897 ein, die aus einem von Hans Johler signierten Exemplar zitiert
werden:
"Freue dich, deutscher Knabe, deutsches Mädchen, sei stolz darauf,
dein Vater war auch dabei, als wir hinauszogen in den Kampf für Deutschlands
Ehre, in den heißen Kampf, das bedrängte Vaterland zu verteidigen!...Deutschlands
Sohn, ob du mitgekämpft hast oder nicht, blicke in Verehrung auf
zu dem Heldenkaiser, der uns zum Sieg geführt hat." Lob auf
den Reichsgründer Kaiser Wilhelm I., der die als Verteidigungskrieg
begonnene Auseinandersetzung von 1870/71 gegen Frankreich u.a. zur Annexion
von Elsaß und Lothringen nutzte.-

Kaiser Wilhelm I.
Dem Nazi-Regime standen Hans und Elwine Johler ablehnend gegenüber.
In einem Familienbrief aus dem Jahre 1932 findet sich fogende Bemerkung
dazu:
"Es freut mich auch, dass Hitler wieder weitere schöne
Erfolge gehabt hat, nur dass Johlers sich nicht bekehren lassen wollen,
kann ich eigentlich nicht verstehen. Wieso treibt Brüning eine feine
Politik, Hans muss doch selber spüren, was bei seinen Notverordnungen
herausgekommen ist, Gehaltsabbau usw. Ausserdem ist der Mann Katholik
und sollte aus diesem Grunde schon nicht die Sympathie eines protestantischen
Priesters haben. ...Das mit der gottlosen Vergottung der Vergötterung
der Gottmenschen und der heidnischen Götterei scheint mir auch ziemlich
überspannt zu sein, man muss zum mindesten eine ganze Zeit nachdenken,
bis man den Sinn halbwegs erfasst hat."
Im November 1927
wechselt Hans Johler nach Hamburg und wird dort Binnenschiffer-Pastor
auf der Veddel. Er promoviert an der Universität Hamburg und macht
in der Kriegszeit Vertretungen in verschiedenen Hamburger Kirchen.
Elwine und Hans Johler wohnen mit ihren Kindern zunächst am Grasweg
und dann in der Gryphiusstr. 3 im ersten Stock.
Hans Johler stirbt während eines Vertretungsgottesdienstes in der
im Krieg zerstörten Bramfelder Kirche.
Später zieht Elwine Johler in den Schwanenwik 31 an die Alster. Danach
wohnt sie in Altenheimen in Kiel und Westerland sowie bei ihrer Tochter
Karin in Morsum.
Quellen:
Dannenberg, Gerd: Schicksal hinter goldenen Lettern
Lange nicht gehört!
Elwine Johler
erzählt ihrer Tochter Karin von ihrer Verlobung im
Jahre 1919 (42`30. Die ersten 7`13 sind sehr leise. 40 MB)
hier
hören Nur DSL
historische Karte von Morsum/Sylt
(Stand 1878)
sowie
die Anschlusskarte Keitum/Sylt
Fotos von
Pastor Hans Johlers KonfirmandInnen auf Sylt
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