
Im Süden Morsums gibt es noch keinen Deich. Bei Südweststurm
läuft das Wasser deshalb oft bis an die Häuser.

Dezember 1926 in Morsum. Häuserreihe von
Morsum-Liiger-Skellinghörn. Hochwasser gibt es in der Region
Morsum seit Jahrhunderten. Die Menschen haben daraus gelernt und
ihre Häuser in gefährdeten Gebieten auf Warften gebaut.
Glücklich die Bewohner, die in höhergelegenen Gebieten wohnen.
Pech für tiefergelegene Höfe. Diese Sturmflut hat dazu geführt,
dass der abgebildete Körner-Hof mittlerweile mit einem
Privatdeich umgeben ist. Das Foto zeigt den Blick nach Westen
Richtung Keitum nördlich des Bahndamms etwa in Höhe des Hauses
von Gerd und Wilma Lauritzen.

Hier am Eierkliff in Morsum sind Häuser nicht
hochwassergefährdet. Es ist eine der höchsten Erhebungen von
Morsum.
Sturmflut vom 8.10.1936. Blick vom "Schnapsweg" auf
Groß-Morsum (nördlich der Bahnlinie).
Hochwassergebiete Morsums lagen vor dem Deichbau auch im Süden.
Es wurde deshalb auf Warften gebaut. Im Hochwasserfall waren die
Bewohner allerdings isoliert. In extremen Fällen kam es vor dem
Bau des Hindenburgdamms zu einer kompletten Überflutung der
Gebiete zwischen Morsum und Archsum. Morsum war dann für kurze
Zeit eine eigenständige Insel, knietief vom übrigen Sylts
getrennt. In Überschwemmungsgebieten gab es kein gutes
Trinkwasser (Booysen, S.33) Einen Überblick über die Morsumer
Überschwemmungsgebiete vor dem Damm- und Deichbau finden Sie auf
dieser historischen Karte: Die Gebiete sind entsprechend
markiert.
Historische Karte von Morsum/Sylt (Stand 1878)
sowie
die Anschlusskarte
Keitum/Sylt

Was aussieht wie Schnee ist Nordseewasser. Schlauerweise wird
der Zugang zum Hof per Damm gesichert.

Sturmflut vom 8.10.1936. Morsum, Blick westlich Bernhard
Matzen auf Wall.

Mit dieser Postkarte vom 30. Juni 1919 illustirert Pastor Hans
Johler seiner Verlobten Elwine Ude in Lübeck seine aktuelle
Situation:"Eine gewaltige Sturmflut geht über die Insel. Morsum
ist heute eine Hallig. Drinnen im stillen Häuschen habe ich
tüchtig gearbeitet. ...Ob die Post von hier überhaupt abfahren
kann? Jedenfalls nicht zur üblichen Zeit."
Fenne unter. Am 2. November 1922 ertrinkt der
Gemeindevorsteher Volquard Classen bei dem Versuch seine Kühe zu
retten dicht bei seinem Haus.

Eine Sturmflut drückt Wasser im Süden Morsums über den Deich.
Die Aufnahme ist vermutlich von 1976. Foto: Detlef Martensen

Hochwasser im Süden Morsums. Foto: Detlef Martensen

Mit diesen Hochwassermessstationen wurden in Morsum nach dem
Deichbau die Wasserstände gemessen. Dieser Turm stand
offensichtlich im Süden. Auch am Kliff im Norden gab es so einen
Turm. Foto: Emma Scholz

Sturmflut vom 8.10.1936. Bis zum Bahndamm konnte das
Hochwasser von Norden kommen. Hier der Blick von der
Bahnüberführung vor Keitum auf den Ort. - Die Bauern mussten
rechtzeitig ihr Vieh von den überfluteten Wiesen treiben. Foto:
Emma Scholz
Einen Überblick über die Keitumer Überschwemmungsgebiete vor dem
Damm- und Deichbau finden Sie auf dieser historischen Karte: Die
Gebiete sind entsprechend markiert.
Karte
Keitum/Sylt

Käfer im Watt. Der Wetttergott meinte es ca. 1962
günstig, als er das Watt zufrieren liess. Ein im
Automobilzeitalter vermutlich einmaliges Erlebnis für alle
Sylt-Interessierten. Das Salz an den Autos hat den Fahrzeugen
nur ein kurzes Leben beschert. Aber die Besitzer haben Sylter
Zeitgeschichte geschrieben - und den Bundesbahntarif gespart.
Sylt-Besucher pflegen nun mal ihre eigenen Werte.
Zugefroren war das Watt auch schon 40 Jahre früher. Der damalige
Pastor von Morsum, Hans Johler, berichtet, er sei am 9. und 13
Februar 1922 zu Fuß zwischen Morsum und Festland unterwegs
gewesen. Damals gab es aber noch keinen Damm, der Orientierung
und Sicherheit geben konnte wie 1962.

Mit 2 PS durch Morsum. Zur Zeit im Leerlauf.

Das Foto stammt aus dem Familienalbum Lauritzen. Es ist in
mehrern Alben der Kinder von Alice und Christian Lauritzen
enthalten. Auf dem Kutschbock könnte Nicolai Lauritzen sitzen,
der nach Sylt eingewanderte, Grossvater der Fotoalbenbesitzer.
Kutschen waren auf Sylt bis zum Bau der Eisenbahnen das gängige
Verkehrsmittel.
In dieser Kutsche fahren Julius Matzen und seine Frau Ohmine vom
heutigen Lauritzen-Hof.

Sylter Reiter

Pferdestärken lösen Pferde ab.

Morsum. Ludwig, Karl und Jan Jürgensen.
Einer der ersten Pickups auf Sylt. Besitzer Peter Howold ist
auch geschickter Werber in eigener Sache.

Zweiradfahrer in Morsum vor dem Start.

Morsum, Tärpstig, vor dem Haus von Schröder.

Kinderfahrräder kaufte man früher nicht. Der Junge konnte das
Herrenrad nur fahren, indem er in den Rahmen einsteigt und so
mit seinen Beinen unter der für ihn zu hohen Längsstange blieb.
Damit der Radler dabei die Balance halten kann, bleiben Rad und
Fahrer in "V-Stellung" stets gegenläufig geneigt. Sitzen kann
man so natürlich nicht.


Morsum-kulturell, 14.3.1921. Aufführung von Wilhelm
Tell.

Morsum 1951. MorsumerInnen auf der Bühne beim
Theaterspielen.
Quelle: Emma Scholz
Zum Text
eines Sketches anlässlich der
Silberhochzeit von Pastor Ingwers und Frau aus dem Jahre 1964
(Deutsch/Friesisch).

Kinder beim Krippenspiel.

Morsum 1964. Abtanzball. In ländlichen Gebieten war es
üblich, dass die Kinder sehr früh tanzen lernten, häufig mit 9
oder 10 Jahren. In Morsum gab es damals zwei Ereignisse, die die
erlernte Tanzkunst auf die Probe stellten: Das Kinderfest im
Sommer und der Petritanz am Petritag, der noch heute schulfrei
ist: "Zum Petritag bekamen wir meistens ein neues Kleid und neue
Schuhe. Stolz und voller Erwartung ging ich am Mamas Hand zu
Johns. Im Februar waren die Wege modderig. Deshalb wateten wir
mit alten Stiefeln durch den Dreck, das machte aber nichts, denn
wir hatten den Tanz vor uns, die neuen Schuhe in der Tasche und
die Locken unter der Mütze. Ich wußte nicht, ob die anderen mich
auch so schön fanden wie ich mich. Alle sonnten sich in ihrem
Glanz, denn alle hatten Locken, ein neues Kleid und neue Schuhe.
Wir Mädchen saßen an der Ostwand auf den Bänken und die Jungs an
der Westwand, oben die Großen unten die Kleinen. In jedem Jahr
rückte man ein paar Plätze höher. Die Eltern saßen rundherum an
den Tischen. Endlich bekamen wir Bescheid, uns zur Polonäse
aufzustellen. Die Musik spielte und die Jungs kamen zu uns
rüber. Wer kommt zu mir? - So dachten wohl alle. Welche Freude,
wenn einer von den Jungs kam, die wir leiden mochten. Wir
Mädchen waren oft viel größer als die Jungs. Tanzen konnten
viele nicht, sie faßten uns an und rannten immer ind er Runde."
Emma Scholz, Blick auf 100 Jahre Morsum Sylt, Band 2, S. 398f
(verkürzt). Foto: Elisabeth Westmore, geb. Ingwers

Morsum, Abtanzball 1964. Foto: Elisabeth Westmore, geb.
Ingwers

Morsum, Sylvester 1977. Ein Dorfbewohner in
lustiger Vollverkleidung. Er läuft unter Maske durchs Dorf und
unterhält die Bewohner in ihren Wohnzimmern mit lustigen,
schelmischen und manchmal herben Geschichten und Kommentaren.
Meist geht es um die jüngeren Ereignisse im Dorf. Er folgt damit
einem alten Sylvester-Brauch. Manche Maskenläufer geben sich
nicht zu erkennen. Hinterher rätselt man dann, wer das wohl
gewesen sein könnte. Manche lupfen die Maske am Schluss. Denn
zur Belohnung wird ja ja immer eine Stärkung angeboten. Und
Trinken durch den Maskenmund geht eben schlecht.

Die Uhr an der Wand zeigt an, dass der Abend für diese
Maskenläufer und seine beiden Begleiter schon lang geworden ist.

Als die Kleinen ihre Masken abnehmen, erkennt man: es sind die
Kinder von Uwe Lauritzen.

Da Uwe Lauritzen in diesem Haus am Terpstich seine Familie
besucht, ist sein Schauspiel hier von Anfang an durchschaut. Im
Bild Uwes Mutter Magda Lauritzen und seine Frau Lore Lauritzen,
die viel Spaß an dem Auftritt haben.