Ca. 1910. Musikmuschel in Westerland.

Westerland, 1926. Herbststurm auf der Promenade.
Westerland o.J. Der blanke Hans schürt blanke Angst.

Westerland, 30.12.1921. Elementarschaden.

Sturmflutfolge. o.J.
1928.
Wellen brechen an der Westerländer Promenade.
1928.
Hier sieht man, wie der Pavillion am Waststrand von Westerland repariert
wird. Das Foto stammt aus dem Album von Christian Lauritzen, Tinnum.
Da er Zimmermann war, ist zu vermuten, dass er bei den Bauarbeiten beteiligt
war.
Ca. 1920.

Westerland. ca. 1923. Gruppenfoto auf der Promenade. Mit dabei
die beiden Schwestern Mausi und Inge Lauritzen (1. Reihe stehend, 5.+
6. Kind v.l.) vermutlich mit ihrer Mutter Alice Lauritzen (dahinter).
Sylt
o.J. Dammbaupastor Hans Johler aus Morsum (mit Bart) auf Dienstfahrt
in der Kutsche...

...und per Pferdeschlitten,

...häufig auch zu Fuss. Hier mit seiner Familie im Garten des Pastorats..

Morsum, ca. 1920. Hier wird eingekauft. Boy Kayser in seinem
Dorfladen. Heute wird das Gebäude als Lokal Morsumer Kayser
genutzt.

Keitum. Blick auf die Kirche. Foto: K.H.Andresen

Keitum 1894. Am Kliff.
Sylt/Westerland. Strandkörbe sind auch für Sylter ein
beliebter Sitzplatz: Kaufmann Otto Andresen, geb. 28.08.1861 Südhedig
/ Westerland
+ 09.05.1937 Westerland, betrieb in Archsum den Archsumer Pesel sowie
Kolonialwarengeschäfte in Westerland im Kirchenweg und in der Deckerstrasse.
Foto: K.H.Andresen

Westerland, ca. 1900. Ida Cornelisen, geb. Eschels * 18.11.1843,
+ 17.05.1920 in Westerland, sitzt im Wohnzimmer ihres Hauses in der
Westerländer Boysenstr.10. Links das Foto ihrer Mutter, im Hintergrund
das Schiff ihres Mannes Kapitän Lorenz Mathias Cornelisen. Foto:
K.H.Andresen
Westerland
1919. Karl Andresen * 05.12.1918 in Westerland wird von seiner Mutter
Inken Andresen mit einem Sylter Schaffell warm gehalten. Aus dieser
kratzigen Wolle wurden auch Leibchen für die Kinder gestrickt.
Ich (Ekkehard Lauritzen) führe meine Schafwoll-Allergie darauf
zurück. Foto: K.H.Andresen

Archsum 1921. Auch Jungen wie hier Karl Andresen werden wie überall
zu dieser Zeit bis zum Alter von ca. 2 Jahren aus praktischen Gründen
in Kleidchen gesteckt.
Foto: K.H.Andresen
Sylt,
ca. 1921. Das zu Hause mit Hilfe einer Wolldecke improvisierte Photostudio
strahlt sichtlich Lebensfreude aus. Foto: K.H.Andresen

Sylt, ca. 1922. Auflösung und Ausleuchtung der Aufnahme
des Berufsfotografen sind sichtlich besser, doch die Lebendigkeit bringt
er zur Strecke. Foto: K.H.Andresen
Westerland, ca. 1900, Boysenstr. 10. In diesem Haus wohnt Ida
Cornelisen. Das Bild wurde von Petrine Klappenbach gemalt. Foto: K.H.Andresen

Westerland, Kirchenweg. Foto: K.H.Andresen. Es folgen zwei Ausschnittvergrösserungen:


Ca. 1920.

Sylt, ca. 1910
Marinemaler Hans Bohrdt (*11.2.1857 in Berlin, +19.12.1945 in Berlin)
am Weststrand bei seiner Arbeit. Er hat Sylt zwischen 1893 und 1909
mindestens 5 Mal besucht. Hans Bohrdt ist einer der Lieblingsmaler des
deutschen Kaisers Wilhelm II, wird häufiger von ihm mit auf See-Reisen
genommen. Sein Spezialgebiet: Wasser. Nichts ist so schwierig zu malen.
Hans Bohrdt schafft es perfekt. Schiffsbilder leben erst durch das lebendige
Meer. Das weiß auch der Kaiser. Hans Bohrdt malt u.a. ein riesiges
schwülstiges Seeschlachtgemälde für das Hamburger Rathaus
(noch heute zu besichtigen). Im folgenden zwei wenig bekannte Werke
des Meisters. Hans Bohrdt malte für Mühlmeister & Johler,
Kunstdruckerei in Hamburg, viele Vorlagen für Schiffspostkarten.
mehr

Sylt,ca. 1910, Gemälde von Hans Bohrdt

Sylt,ca. 1910, Gemälde von Hans Bohrdt. Der Maler signiert
seine Bilder immer links.

Unbekannter Fotograf am Weststrand von Sylt.
Foto: K.H.Andresen

Zeitloses Motiv für Fotografen an der Westküste Sylts.
Foto: K.H.Andresen

Bevor die Fotografen ihre Ausrüstung an den Strand schleppen konnten,
bauten sie die Nordseekulisse im Atelier nach. Dieses Foto stammt von
A. Gäbel, Sylt. Foto: Andresen

Photograph Wilhelm Monck aus Hamburg St. Georg, Neuestr. 3,
richtete eine Filiale in der Friedrichstrasse in Westerland direkt am
Strandübergang ein und benutzte ebenfalls eine Nordseekulisse.
Zeitlich ordne ich die Entstehung dieser Aufnahmen vor 1900 ein. Ein
noch vollständig erhaltenes Studio dieser Art mit Schiebekulissen
können Sie in Funchal, Madeira besichtigen. Foto: Andresen
Weitere
Infos zum Fotostudio in Funchal

Westerland, 12.6.1923. Pastor Hans Johler (r.) benennt auf der
Rückseite des Fotos die Abgebildeten: (v.l.) Frau Peper geb. Halbsock,
Else Rösch geb. Köpke, Friedrich Rösch mit Ingeburg.
("Arnold Peper knipst.")

Sylt, ca. 1910. Den Tisch im Strandkorb
gibt es schon. Sehr praktisch.

Wenningstedt August - September 1928.

Der Weststrand von Sylt.
Trudel Ude geb. Lichtwark.
Die Wanderdüne
von Sylt.
Trudel Ude geb. Lichtwark.

Nordsee um Sylt. Pastor Hans Johler (l.).

1894. Plattbodensegler waren das Verkehrmittel im Watt bevor
die Raddampfer sie ablösten. Das "S" im Segel steht für
Sylt.
s

Mit solchen Emaille-Schildern wird für die Fahrt nach Sylt geworben.
Der Hindenburgdamm wird erst 1927 eingeweiht. Hoyerschleuse, jetzt das
dänische Højer Sluse, gehört vor dem 1. Weltkrieg noch
zu Schleswig-Holstein und bietet sich als Fährhafen für Sylt
an. Es liegt an der Mündung der Vidå. Siehe auch
Karte Westliches Norddeutschland, entnommen dem Diercke Schulatlas,
16. Aufl. Braunschweig 1906.

Raddampfer 1894. Es handelt sich sich möglicherweise um die "Sylt".
Sie besaß kein Steuerhaus. Der Kapitän stand tatsächlich
"auf der Brücke" zwischen den Radkästen.

Munkmarsch 1894. Der Raddampfer aus Hoyerschleuse läuft
die 100 Meter lange Mole an.

Hamburg 2006. Der auf dem Emailleschild genannte Dampfer Freya
besucht Hamburg zum Hafengeburtstag. Seit über 100 Jahren in verschiedenen
Ländern im Dienst ist er jetzt in Kiel stationiert. Die Reederei
Adler bietet mit diesem Schiff Fahrten auf dem Nord-Ostsee-Kanal und
der Kieler Förde an. Die Zeit hat allerdings zu vielen Änderungen
am Äußeren des Schiffes Anlass gegeben. Die Aufbauten sind
gegenüber dem Original viel höher und kaum wiederzuerkennen.
Geblieben ist der dampfbetriebene Schaufelradantrieb. (Ich suche noch
nach einem copyrightfreien Foto mit den Originalaufbauten).
Blick auf eins der Schaufelräder des Dampfers Freya.
Chronologie ausgewählter Verkehrsverbindungen nach Sylt
(vgl. Rolf Stumpf,
Die Eisenbahn nach Sylt S.9 ff)
| ab 1600 |
regelmäßige Fährverbindungen zwischen
Morsum und Wiedingharde |
| ab 1755 |
Segelschiffe zwischen Munkmarsch und dem Festland |
| ab ca. 1821 |
Postfähre zwischen Keitum und Emmerleff bzw Hoyer.
Der Keitumer Hafen versandete ca. 1880. Fäheverkehr bis 1860.
|
| ab 1850 |
Fähren nach Nösse in Morsum auf der Nordseite
der Insel.s |
| 1859 |
Schiffsverbindung Husum-Föhr-Munkmarsch mit Übernachtung
auf Föhr |
| ab 1860 |
Fähre zwischen Munkmarsch und Hoyer (Post- und
Fährkonzessionär Selmer) |
| 1882 |
Fähre zwischen Munkmarsch und Hoyer durch die
Sylter Dampfschiffahrtsgesellschaft (Reeder Clausen), wegen
der Prile nur Tagbetrieb trotz der Leuchttürme auf Sylt, tideabhängig,
witterungsabhängig. Die Strecke Hoyer - Tondern musste per
Pferdekutsche erfolgen. Die Strecke Munkmarsch - Westerland befuhr
seit 1888 eine Schmalspurbahn in 12 Minuten. Die anderen Orte auf
Sylt erreichte man per Kutsche. |
| 1896 |
Fähre Helgoland - Munkmarsch (Reederei A. Ballin)
Nach Eröffnung der Südbahn Hörnum - Westerland im
Jahre 1901 wurde Hörnum angelaufen. |
| ab1898 |
durchgängige Bäderzüge von Altona nach
Hoyer (ab 1892 bereits Bahnverbindung nach Hoyer-Schleuse, vorher
Kutschenverbindungen) Fahrtzeit Hamburg Hbf - Hoyer Schleuse 4:16
Stunden (Fahrplan v. 1914). Die Fähren fuhren tideabhängig
1x, max. 2x am Tag nur bei Tageslicht. Fahrtzeit ca. 90 Minuten.
|
| ab 1919 |
nach der neuen Grenzziehung wird der Hafen Hoyer zum
dänischen Ausland. Pass- und Visazwang machten das Reisen zu
einem bürokratischen Abenteuer. Visa gab es in Flensburg. |
| 1920 |
Es wird ein visafreier Korridorverkehr eingeführt.
die Bahnwaggons nach Hoyer Sluse werden verplombt. |
| 1923 |
Fähr- und Frachtverkehr zwische Husum und Munkmarsch |
| 1927 |
Einweihung des Hindenburgdamms mit durchgehender Bahnverbindung
bis Westerland |
Niebüll 1960. Autoverladung nach Sylt.

Munkmarsch 1894. Auf solchen Sandwegen mussten die Passagiere
bis zum Bau der Eisenbahnstrecke nach Westerland per Pferdekutsche transportiert
werden.
s

Der Westerländer Ostbahnhof.
Vom Sylter Fährhafen Munkmarsch konnte man seit 1888 per Kleinbahn
nach Westerland zum Ostbahnhof fahren. Diese Linie wurde 1908 bis List
verlängert. (Quedens, Stöver: Sylt wie es früher war).
Fahrgäste aus den Ostdörfern wie Pastor Johler aus Morsum
waren weiterhin auf die Kutsche angewiesen.
Mit der besseren Verkehrsanbindung kommen mehr Nichtfriesen auf die
Insel und verdrängen die Friesische Sprache:
Anteil friesisch|plattdeutsch|dänisch sprechender Haushalte (%)
| |
Morsum |
Archsum |
Keitum |
Tinnum |
Westerland |
| 1889 |
85|03|06 |
88|05|05 |
93|00|00 |
61|08|20 |
50|00|00 |
| 1909 |
80|07|08 |
69|07|10 |
57|18|04 |
45|18|04 |
21|24|06 |
| 1924 |
80|01|01 |
71|05|00 |
50|23|02 |
44|18|00 |
22|26|03 |
| 1928 |
77| |
51| |
51| |
37| |
12| |
(Tab. Hugo Krohn, S.104, Foto: Silvanus/Stöver)

Auf welcher Linie diese Sylter Eisenbahn fuhr ist nicht bekannt.

Dünen zwischen Hörnum und Westerland. 1901 baut die HAPAG
diese Dünenbahn, um für die Passagiere der Schiffahrtslinie
Hamburg - Hörnum
das Sylter Hinterland zu erschließen. Die Fährlinie ist Konkurrenz
für die
Zug- Fährverbindung über Hoyer-Schleuse.

Gedruckt von Mühlmeister und Johler, Hamburg

Der Endbahnhof der Dünenbahn in Westerland.
Bei dieser Darstellung auf der Einladungskarte handelt es sich um
eine künsterische Darstellung des repräsentativen Eingangsbereichs,
die vermutlich auf der Basis der Architektenzeichnungen entstand. Das
Gebäude ist im Rahmen der Stillegung der Bahn in den 50er Jahren
abgerissen worden. Der alte"Südbahnhof" lag an der heutigen
Käpten-Christiansen-Strasse.


Südbahnhof um 1920
Die Ähnlichkeit mit der obigen Zeichnung auf der Einladungskarte
ist gegeben. Foto unten: Die Rückseite des Südbahnhofs mit den
Gleisanlagen.
(Fotos: Silvanus)

Der Hafen von Hörnum um 1900.

Das Turbinenschiff Kaiser.
Das in Stettin gebaute Schiff fuhr ab 1905 auch zwischen Hamburg und
Hörnum. Es war für 2000 Decksgäste zugelassen.

Weststrand
Kurz nach Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
im Jahre 1865 in Bremen wurden auf Sylt Stationen in Westerland, Kampen,
Rantum, auf dem Ellenbogen, in Munkmarsch, List und Hörnum eingerichtet.
Die Vielzahl der Stationen ergab sich aus dem geringen Radius der eingesetzten
Boote.
Kampen.
Auch der 1855 erbaute 40m hohe Leuchtturm dient seither der Schiffssicherheit.
Er wurde im Auftrag des damaligen Landesherren, des dänischen Königs
Friedrich VII. gebaut. Zur Sicherheit umspannte man den Turm 1875 mit
eisernen Korsettringen. Die heutige schwarz-weiße Bemalung erhielt
der Turm erst 1953. Seit 1977 funktioniert er ferngesteuert.

Morsum/ Sylt, ca. 1920.
Dorfkultur
In der Lehrerwohnung der alten Morsumer Schule treffen sich (v.l.)
Pastor Hans Johler, seine Frau Elwine, Lehrer Feddersen, Lehrer Cornehl
und Margareta Hebbeln (Haushälterin).

1920. Gemäß Versailler Vertrag kam es zu einer Abstimmung
über die Zugehörigkeit der Grenzregion zu Dänemark oder
Deutschland. Sylt verlor durch die Abstimmung seinen Fährhafen Hoyer
- ein Grund mehr für den Dammbau nach Sylt.
In Morsum stimmten
25% der Einwohner für Dänemark, auf ganz Sylt nur 11,6%. (Kunz/Steensen,
S. 376)

Der
Ballermann von Sylt: Weststrand im 1. Weltkrieg.
Bildunterschrift von Rudolf Ude:"Im Schützengraben an der
Nordsee.
" Der Franzose kommt immer von Westen...Am 12.November
1918 findet die Demobilisation der auf Sylt im Heer befindlichen Soldaten
statt.
...mehr Fotos
vom 1. Weltkrieg auf Sylt
siehe auch:
Der 1. Weltkrieg im Spiegel
der Morsumer Gemeindechronik
Textversion zum Ausdruck

9./10.4.1927. Husum(?) Das Foto zeigt den Extremschwimmer Otto Kemmerich
anlässlich seines Weltrekords im Dauerschwimmen: 32 Stunden bleibt
er im Wasser! Bei dem Versuch, am 18.8.1952 von der Insel Sylt nach Amrum
zu schwimmen, ertrinkt der Dauerschwimmer. Die Leiche des 66jährigen
Marathonschwimmers wird im Meer bei Wyk auf Föhr geborgen. Der Wettbewerb
im Jahre 1927 wird von den Reichardt-Werken in Hamburg-Wandsbek gesponsert.
Sylt ohne Datum. Vom Flugfeld zur Landebahn -
eine Frage der Zeit. Am 19.7.1913 landete das erste
Flugzeug auf Sylt. Ab 1919 nahm die Deutsche Luftreederei (spätere
Lufthansa) den Dienst nach Sylt auf (vgl. Sylt-Lexikon). Aus dieser Zeit
könnte das Foto stammen. Ein "D" am Flugzeugrumpf weist
darauf hin. Das Flugzeug ist vermutlich eine Rumpler C I, die im 1. Weltkrieg
als Aufklärer und Bomber eingesetzt wurde. Nach dem Krieg wurde sie
zum Passagierflugzeug umgebaut. Für die beiden Passagiere gab es
die geschlossene Kabine. 130 km/h Reisegeschwindigkeit, Dienstgipfelhöhe
5000m, 600 km Reichweite. vgl.
www.luftfahrtgeschichte.com
 |
 |
Ca. 1910. Die Original-Tracht aus dem Museum.
Sie wird hier von Ohmi
Thaysen getragen. Ohmi ist die Halbschwester von Alice Thaysen.
Aus den USA gekommen, lässt sich Ohmi Thaysen in Stettin zur
Krankenschwester ausbilden. Nach dem ersten Weltkrieg kehrt sie
in die USA zurück und findet eine Stellung bei Misses Stern,
Inhaberin grosser Warenhäuser. Sie arbeitet als Gesellschafterin
und persönliche Assistentin. Ihr Vater Andreas Jan, Sylt-Auswanderer,
hat sich zum zweiten Mal verheiratet mit Emma
(Emena) Widmann. Sie ist das einzige Kind aus dieser
Ehe.
Das Oberstück der Tracht Kortels genannt, stammt von
Erkel
Geik geb. Petersen (*13.11.1825 in Morsum, 1904) verheiratete
Thaysen. Erna Jäger geb. Lauritzen war bis zu ihrem Tode die
Besitzerin, weil sie die älteste Urenkelin von Erkel Geik geb.
Petersen ist.
|
|
Morsum, ca 1990.
Tracht gerettet. Carmen Boldt,Tochter von Gerd und Wilma
Lauritzen aus Morsum präsentiert die Sylter Tracht so wie sie
heute nach einem alten Vorbild nachgearbeitet wird. Die letzte Sylter
Originaltracht, die noch nicht von den Motten zerfressen worden
ist, stammt von Erkel
Geike Petersen (*1825, 1904 ). Erkel heiratet Hinrich
Andreas Thaysen aus Archsum und ist die Grossmutter von Alice Thaysen.
Die Tracht liegt Jahrzehnte in einer Truhe im Elternhaus von Andreas
Lauritzen in Tinnum. (Vgl. Familienstammbaum Lauritzen). Andreas
Lauritzen rettet die Tracht aus dem damals unbewohnten Haus und
nimmt sie mit zu sich nach Morsum. Die Tracht gehört zu dieser
Zeit offiziell seiner Schwester Erna Jäger geb. Lauritzen.
Erna verfügt, dass Carmen Lauritzen die Tracht bekommen soll.
Nach dem Tod von Erna Jäger sorgt Carmens Vater Gerd Lauritzen
dafür, dass die untragbare Original-Tracht ins Museum des Friesischen
Vereins in Keitum kommt, wo sie noch heute unter Glas ausgestellt
wird.
|

Erkel Geike Thaysen geb. Petersen, die ursprüngliche Besitzerin der
letzten verbliebenen Sylter Tracht.

Mit dieser nach alten Darstellungen nachgearbeiteten Tracht behalf man
sich, bis die Originaltracht gefunden wurde.

Hier eine Postkarte mit fiktiven Trachtenabbildungen. Die Karte ging an
Alice Lauritzen geb. Thaysen in Tinnum. Absenderin war ihre Tante Ohmine
Thaysen verh. Matzen wohnhaft in Morsum (das Haus wird jetzt von der Familie
Lauritzen bewohnt).
Wyk auf Föhr. Eine Insel weiter südlich sieht die traditionelle
Tracht völlig anders aus: Weniger farbenfroh, mehr Silberschmuck.
Das Tragen von Brustschmuck ist eine sehr alte mitteleuropäische
Tradition. Erste Funde stammen aus 300 n. Chr. (vgl. Gimbutas, Die Balten
Geschichte eines Volkes im Ostseeraum, München, Berlin 1983, S. 146ff)

Häufig trugen die Föhrerinnen auch weiße Schürzen
zu ihrer Tracht. Links ist übrigens eine weggezogene Sylterin zu
sehen: Ella Andresen, Tochter aus der 1. Ehe von Otto Andresen. Foto:
Andresen
21.2.****. Biikebrennen.
Ein nordfriesischer Brauch, der bei vielen eine emotionale Verbundenheit
mit der friesischen Geschichte schafft. So bindet man erfolgreich osterfeuerverwöhnte
Hamburger an die Insel und stärkt das eigene Heimatgefühl. Über
die Ursprünge des Biikebrennens wird viel spekuliert: Das Sylt-Lexikon
nennt: böse Geister vertreiben, neue Saat schützen, Seeleute
verabschieden. Fest steht nur, dass die vor ca. 250 Jahren beschriebenen
Biiken eher kleine, fackelartige Feuerchen waren. Auf einer Insel mit
so wenig natürlichem Brennstoff, dass Kinder noch bis weit ins letzte
Jahrhundert hinein Schafködel als Heizmaterial sammeln mussten, wurde
kaum etwas unnütz verbrannt - und dann im kalten Februar! Das ist
heutzutage anders: Das Biikebrennen lindert viel Not bei der preiswerten
Entsorgung von Baum- und Heckenschnitt. Zusätzlich bietet der Brauch
Lokalpolitikern dank der Gäste aus aller Herren (Bundes-)Länder
eine überregionale Auftrittsmöglichkeit.
21.2.2006. Morsum. Die Biike brennt. Im Süden fast ausserhalb
des Ortes direkt hinter dem Deich gefährdet sie keine Reetdächer.
Sie ist dadurch jedoch für die Amrumer und Föhrer kaum auszumachen.
Sylt,
ca. 200 vor Christi (oder später?) o.J
. Hünengrab.

Weiter Blick auf und über Westerland hinaus, da noch ohne Hochhäuser.
o.J.