Jens Heicksen *11.12.1898 , † 4.1.1973, ehemals Schlachter. Durch die Heirat mit "Lene" (Elena) Lorenzen *8.7.1903 † 11.9.1978, wurde er Wirt im Morsumkliff.

Einschulung 1937 in Morsum
Grossfoto mit allen Namen
Quelle: Tham Körner
Morsumer Lehrer:
(Nach Emma Scholz; Blick auf 100 Jahre Morsum/Sylt)

-1782
Küster Otto Flor

-1831
Sönke Carstensen

1843 - 1860
Jacob Gottfried Engel, Tondern

1860 - 1888
Rohlfs

1876 - 1877
Meinert Lornsen, Keitum

Georg Hansen (um 1897)

1888 - 1919
Peter Hansen, Kolmar

Kuckei (um 1910)
Otto Ruhsert( -1909)
Hannes Hebbeln (-1922)
Hannes Hebbeln beschreibt seinen Abschied von Morsum in einem Brief an seine Frau.
Hier der Brief
Feddersen

1912 - 1945, ca.1948-1950
Karl Kruse, Brokdorf
(*23.5.1890 +26.3.1966)

1922-
Erich Cornehl, Rodenäs

1945 - 1976
Ewald Bensel

1946 - 1948
Georg Lauritzen, Morsum
(Schulhelfer/Hilfslehrer)






wird noch vervollständigt



FotoBioGrafie
Historische Fotos aus Morsum/Sylt I II III IV

Hamburg,


Ca. 1930. Die Hauptstrasse Morsums, heute Terpstich 72, mitten im Zentrum. Der Blick von der Pastor-Fenne (Wiese) auf den Dorfladen im Haus Kayser(l.), heute das ehemalige Lokal Morsumer Kayser, eine dem Verfall preisgegebene Ruine. Rechts daneben die alte Schmiede von August Merkel. Später baut er sein Wohnhaus rechts neben seine Schmiede. Der Weg rechts führt zum Pastorat und zum Bahnhof.
Siehe auch die historische Karte von Morsum





Im linken Teil des Hauses Kayser wird dieser Dorfladen betrieben.
Er ist drei Generationen lang in Betrieb: Boy Friedrich Kayser, Paul Gerhard Kayser (*13.5.1897 30.8.19**) mit seiner Frau Anna Catharina geb. Hansen (*1894 +22.12.1976) und Boy Sito Kayser. Links Gondeline Kayser, Ehefrau von BFK, mit ihren Kindern Jenny und Paul.



In einer Nische des Dorfladens der Familie Kayser befand sich auch die Poststelle Morsum. Die Briefe der Morsumer wurden hier abgestempelt.Später wurde ein separater Raum mit eigenem Eingang für die Poststelle angebaut. Richtige Postbeamte hielten dann den Betrieb aufrecht. Auf Nösse gab es am Nössestrand in einer "Wärterbude" der Sylter Dampfschiffahrtsgesellschaft, später im dortigen Restaurant bis 1925 noch eine Posthilfsstelle, ursprünglich um die Postsäcke der Eisbootpost abzufertigen. Unbekannt ist, ob die Posthilfsstelle über einen eigenen Stempel verfügte. Heute gehört Morsum zum Briefverteilzentrum 25.






Boy Sito Kaysers Dorfladen ist um 1960 modernisiert worden.





Morsum, Terpstich.
Bevor die Bäckerei Heinrich Nielsen(*23.9.1893 2.12.1962) 1925 gebaut wird, ist Carl Boy Nissen Bäcker in Morsum (Haus links, steht noch heute: Terpstich 74). Nielsen baut links von der Nissen-Bäckerei seine neue Bäckerei (noch nicht auf dem Foto). Rechts das Haus Kayser.





Ca. 1930. Der Blick aus Pastors Fenne (Wiese) nach links.
Man erkennt den Sylter Hof und die Bäckerei Nielsen (Mitte). Tochter Lene heiratet später den Keitumer Bäcker Jens Ingwersen. Jetzt betreibt beider Sohn Jürgen Ingwersen die Bäckerei.




1926. Der Sylter Hof.



1926. Der Sylter Hof.





Ringreiten anno 1911.




Ringreiten



1960. Der Morsumer Gesangverein.




Restaurant Nösse auf Morsum Kliff





Restaurant Nösse. Hinter dem Tresen die Besitzerin Margarethe Ingwersen, später verheiratete Bossen (Foto: Emma Scholz). Spätere Besitzer sind : Carl und Erna Voss (ab 1952), Raabe und Dr. Feil (ab 1974), Jörg Müller (ab 1984) und Ralf und Anne zur Brüggge (ab 1988). (Quelle: Walter Glindmeier, Morsumer Häuser im Wandel der Zeit 1920 - 2002)




Gäste im Restaurant Nösse kamen per Pferdekutsche. Während des Winters im 1. Weltkrieg war im Restaurant Nösse eine Posthilfsstation untergebracht, die den Fernmeldeverkehr zum Festland sichern sollte.
Hier zu den historischen Dokumenten






Morsum Kliff, ca. 1910. Diesen Ort am Watt kann man vom Restaurant Nösse aus in einem kleinen Spaziergang durch die Heide erreichen.
Das Morsumkliff ist ein in der Realität immer wieder beeindruckendes und deshalb auch von Künstlern häufig gemaltes Motiv. Beim Vergleich einer Reihe von Bildern mit stets ähnlichen Perspektive über eine Zeitraum von mehr als 100 Jahren zeigen sich viele künstlerische Perspektiven. Mal sind es vorrangig die situativen Lichtverhältnisse (Helene Varges, Richard von Hagn, Hinrich Wrage), die die Besonderheit des Werkes ausmachen, mal werden mit Fantasieprojektionen wie die eines Wracks (Emil Neumann 1880), einer Frau in holländischer Tracht (Heinrich Petersen-Angeln 1894) besondere Eindrücke hervorgerufen.





1894. Morsumkliff.





1894. Morsumkliff. Onmouseover-Alternative 2007.
Man erkennt den Unterschied sofort: Ekke Nekkepenn, nordfriesischer Meergott, ist umgezogen. Sein Gesicht, der nach hinten geneigte Kopf im mittleren dunklen Kliffabschnitt ist auf dem Foto von 1894 gut erkennbar (Keine Fotomontage!). Von hier aus, von ganz oben überblickte er lange in aller Ruhe Vorland und Watt. Mittlerweile hat ihn die See geholt. Vielleicht ist er auch in sie hinabgestiegen. Wie auch immer: Er lebt jetzt im Watt vor Morsumkliff. Vermutlich taucht er irgendwann irgendwo wieder auf. An Land stellt er bevorzugt den Mädchen nach. Umsicht ist also weiterhin von Nöten.





Ca. 1900. H. Cordts, Betreiber der Morsumer Touristen Halle. Das steht so über der Tür. Das Foto stammt von einem Touristen: cand.med. Eichler. Bei dieser Hütte handelt es sich um die von der Sylter Dampfschiffahrtsgesellschaft gebaute und betriebene "Wärterbude". Sie stand an der Ostspitze der Insel, die auf alten Karten. z.B. von 1892, Näs-Odde genannt wird (Nössse-Odde). Der Begriff Odde "stammt aus dem Dänischen und bedeutet Spitze oder Vorsprung" (Quelle: Sylt-Lexikon). Solche Orte waren besonders geeignet, um den Schiffsverkehr mangels Hafen abzuwickeln. Schiffe konnten hier bei Ebbe trockenfallen und waren dann wegen des festen Sandbodens sogar wie in Morsum Odde im Süden mit Pferd und Wagen erreichbar (vgl. Meinert Kamp, Keitum, Sölring Foriining, Jahresbericht 1994). Die Wärterbude Nösse Odde diente der Abwicklung des Postverkehrs in Zeiten des Eisbootverkehrs mit dem Festland. Sie war deshalb ursprünglich nur im Winter oder bei Niedrigwasser in Betrieb. H. Cordts war seit 1892 Posthilfsstelleninhaber. Er wohnte in Klein Morsum. Nach seinem Tode übernahm Andreas Simonsen seine Aufgabe. 1914 beantrage das Wasserbauamt in Husum wegen des beginnenden Dammbaus die Umwandlung in eine dauerhaft betriebene Posthilfsstelle. Im ersten Weltrieg bestand das Militär auf dem Dauerbetrieb der Posthilfsstelle. Sie erhielt 1915 einen Telegrafenanschluss und wurde von Postschaffner Thiessen aus Westerland betrieben und mit seiner Familie bewohnt. Wegen der Überflutungsgefahr wurde sie am 1.11.1916 in einen Wohnraum des Restaurants Nösse verlegt. Durchgeführt wurden die Verlegungsarbeiten von Schaffner Thiessen, der im Leitungsbau ausgebildet war. Nach dem ersten Weltkrieg war die Posthilfsstelle aus militärischer Sicht nicht mehr erforderlich. Sie wurde deshalb am 27.11.1918 geschlossen. Die Lage dieser Wärterbude ist vermutlich am Ende des Sandwegs ganz im Nordosten von Nösse. Dieser Weg ist schon auf einer Karte von 1878 verzeichnet. Die Entfernung zwischen dem später gebauten Restaurant Nösse und diesem Ort beträgt einen Kilometer, so wie in der Korrespondenz zwischen dem Kaiserlichen Postamt in Keitum und der Kaiserlichen Oberpostdirektion in Kiel 1914 beschrieben. Der Standort der Wärterbude macht als Ausgangspunkt für die Eisschiffahrt Sinn, weil er sehr nahe an dem hochwassersicheren Höhenzug von Nösse liegt. Er ist auf dieser Karte nicht ausdrücklich verzeichnet.

Historische Karte von Morsum/Sylt (Stand 1878)
Schriftverkehr des Kaiserlichen Postamts Keitum zur Posthilfsstelle



Ca. 1960. Gasthaus Morsumkliff. Der vielen Reiter wegen könnte es sich um
Ringreiten handeln. Geritten wurde rechts vom Gasthaus. Foto rechts: Der vorletzte Wirt des Morsumkliff (1957 - 1978) war Jens Heicksen, Bruder von Magda Lauritzen geb. Heicksen. Danach übernahmen Thelma Bullock geb. Heicksen und ihr Ehemann Jimmy das Lokal.





Um 1900.
Das Gasthaus Morsumkliff war unsprünglich ein altes Friesenhaus und ein kleines Lokal für den dörflichen Bedarf. Es wurde erst später aufgestockt und zum Hotel umfunktioniert. Foto:Andreas Müller





Die Vergrößerung zeigt die Familie Petersen, die damaligen Besitzer des Gasthofs Morsumkliff: Links vom Eingang stehen Adalbert Petersen (*9.11.1868) und seine Ehefrau Inken Petersen geb. Föh (*20.5.1870). 2.v.r. Adalbert Petersens Mutter Inken Petersen geb. Sörensen (*6.4.1821 +3.5.1908). Ihr Ehemann Paul Petersen (*12.9.1820 +16.10.1893) ist der Gründer der Gaststätte. Er erhielt am 19. Mai 1859 vom königlichen Landvogt auf Sylt die Schankerlaubnis. Kurz danach, am 24.6.1859 haben Paul Petersen und Inken damals noch Sörensen in Morsum geheiratet. Bei den Kindern auf dem Foto handelt es sich vermutlich um Kinder von Adalbert und Inken Petersen. Sie hatten folgende Kinder: Karl, Andreas (*28.6.1903), Inka (*23.11.1906 +10.1.1996), Paul, Lina und Lisbeth. Rechts vom Eingang steht vermutlich eine Angestellte des Gasthofs.
Foto und Personendaten: Andreas Müller




Im Gasthaus Morsumkliff wurden viele Feste gefeiert. Halbrechts vorn tanzen Magda und Andreas Lauritzen. (ca. 1960)
Jens Booysen berichtet 1828, dass Vergnügungen der Einwohner, insbesondere junger Leute, darin bestehen, sich "des Winters einmal die Woche .. am Abend zu einem Tanz zu versammeln und nach einer, höchstens zwei Violinen recht nach Herzenslust zu zanzen, wobei aber weder gezecht wird, noch sonstige Ausgelassenheiten stattfinden."



Silberne Hochzeiten wurden etwas ruhiger gefeiert.





Der Stuben-Laden von Frieda Henningsen in einem Friesenhaus gegenüber vom Morsumer Bahnhof. Klicken Sie aufs Foto, um sich im Laden geauer umzusehen.





Schon während des Dammbaus wurden die Häuser gegenüber vom Bahnhof Morsum gebaut. Sie dienten zunächst der Unterbringung der Bauleitung. Später wohnten dort Bahnbeschäftigte.




Morsum, ca. 1920. Das Pastorat (r.)



Morsum, ca. 1920. Die Kirche Sankt Martin. Hier wird seit 1651 über die Gemeinde Buch geführt. "Sie wurde in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut und ist die älteste Kirche auf Sylt. Seit ca. 1500 sind 25 Prediger bekannt und namentlich auf Gedenktafeln in der Kirche festgehalten." Glindmeier 2002, S. 292




Morsum o.J.
Pastor Johler am Eingang der Morsumer Kirche. Seine Begleiter sind nicht bekannt.


Inflation
Morsum, November 1923. Dieses Einschreiben erreicht Pastor Johler in Morsum. Wegen der Inflation und des Werts einer Briefmarke von 5 Millionen Mark reicht der Briefumschlag nicht aus, um alle notwendigen Marken aufzukleben. Auch die Rückseite des Briefs und der Marken ist beklebt. Später kosten einzelne Briefmarken auch schon mal 5 Milliarden Mark. Manche Morsumer wie Julius Matzen und seine Frau Ohmine geb. Thaysen verlieren ihre Ersparnisse, die sie in Anleihen angelegt haben.





Morsum, ca. 1920.
Pastor Hans Johler fotografiert seine Kirche von oben ...(der Orgel-Empore)



...und von unten. Bis heute ist das Innere der
Morsumer Kirche mehrfach umgestaltet worden.-

Pastor Urban Flor klagte um 1730 über die rohen Sitten in der Morsumer Kirche, besonders bei Hochzeiten: Man hat zu Hochzeiten "Brandtwein mit in die Kirche genommen, sich toll und voll gesoffen, geschrien, geraset, getantzet und geschossen, daß man sein eigen Wort in der Kirche kaum hören" konnte. "Man hat (an gewöhnlichen Sonntagen) nach der Predigt zu plaudern auf den Kirchhof hinausgegangen und dann nur innerhalb der Kirchthür im Gang so lang wieder hineingelaufen, biß der Segen gesprochen." (C.P.Hansen, S. 160f)

Auch Hannes Hebbeln, Junglehrer in Morsum, der Ostermontag 1922 in Vertretung für Pastor Johler einen Lesegottesdienst hielt, war von der Reaktion der Gottesdienstbesucher enttäuscht:"Ich glaubte, meine Sache gut vorbereitet und gut gemacht zu haben, aber die Leute hörten leider nicht zu...In der kalten Kirche, großer Raum, kahl und weiß, nur etwa 65 Besucher, die sich im Raum verlieren. Kein Interesse, nur gleichgültige Gesichter, ernst und eisern, kein Interesse." (Brief von Hebbeln vom 21.4.1922). Hebbelns Bibeltext: Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg? verarbeitete er -wie er schrieb- nicht kirchlich-dogmatisch, sondern freireligiös."Die Kirche dem Pastor, Lebensreligion jedem Menschen! Das Mottol unseres Lebens ist: Zum Kämpfen geboren - zum Siegen erkoren!" Eine sehr dynamische Predigt. An einem anderen Orte wäre der Inhalt vielleicht besser angekommen.

Pastor Johler kommentierte Feddersens Erfahrung ihm gegenüber mit den Worten, das sei immer so, das sei die Andacht, Versunkenheit; "Kein Interessebekunden, keine flammenden Augen, die passen nicht in die Kirche."



Morsum, ca. 1920.
Die Kirche mit der alten Schule mit Blick nach Süden. Bis 1919 wurde die Ortsschulaufsicht durch die jeweiligen Pastoren ausgeübt, danach durch ministerielle Verfügung der kirchlichen Obhut entzogen. Piening, S. 62




Kirche Morsum
Morsum, ca. 1920. Die Kirche mit der alten Schule (links) mit Blick nach Norden.




Morsum, ca. 1960. Ganz nebenbei präsentieren Morsumer anlässlich des Gottesdiensbesuchs ihre todschicken Autos. Das Innere der Kirche zu jener Zeit zeigen die folgenden drei Fotos. Der damals freie Blick zum Ostfenster hinter dem Altar wirkt auf mich angenehm bescheiden und illuminiert das pastorale Geschehen während der Vormittagsgottesdienste sehr stimmungsvoll. Damit würdigt man gleichzeitig die besondere architektonische Leistung der Erbauer der Kirche Sankt Martin.






















Vor 1913. Die Morsumer Kirche mit Empore auf der linken Seite.






Eintrag von Pastor Bahnson in das Poesiealbum von Alma Simonsen. Umschrift von Karin Lauritzen. Das Poesiealbum enthält insgesamt 17 einträge, überwiegend von MitschülerInnen.




Ein Vorgänger von Pastor Hans Johler
in Morsum: Friedrich Christoph Carl Hasselmann aus Schleswig (Pastor in Morsum 1901 - 1905) Unmittelbarer Vorgänger war:
Richard Carl Eduard Schacht aus Westerhever (1905 - 1912). Von 1913 - 1927 war Daniel Gustav Hans Johler Pastor in Morsum. Seine Nachfolger: Dr. Otto Glöckner (1928 - 1935), Hans Friedrich Joh. Ingwers (1945 - 1969), Jochim Hartung (1969 - 1996). Jetziger Pastor ist Ekkehard Schulz. In der pastorenlosen Zeit von 1935 - 1945 wurde die Kirche vom Keitumer Pastor mitbetreut.



Brautpaar.
In der Zeit bis zum Dammbau und der damit einhergehenden Expansion des Tourismus litt Sylt unter einem starken Frauenüberschuss. Grund dafür waren die starken Männerverluste durch die gefährliche Seefahrt. So ertranken z.B. allein am 15.3.1744 mittags 12 Uhr mit dem Schiffer Theyde-Bohn aus Klein-Morsum 84 Sylter, die auf dem Weg nach Amsterdam waren, um sich dort als Seefahrer zu verdingen. 55 der Ertrunkenen stammten aus Morsum, das im Jahre 1745 738 Bewohner hatte. Geprägt durch den Schiffsuntergang weist die Statistik das Mißverhältnis von 282 Männer und 456 Frauen aus (C.P.Hansen, S. 184f). Da die Seefahrt gerade die jeweilige Vatergeneration besonders beschnitt, spricht Hugo Krohn von einer "weitgehenden Brachlegung der Gebährkraft." (Krohn, S. 161)






Ca. 1927. Hochzeitszug Morsum.
Weil Kutschen oder gar Autos in ausreichender Zahl nicht zur Verfügung standen, gingen Brautpaar und Gäste üblicherweise in einem Hochzeitszug gemeinsam zur Kirche.Hier im Bild heiraten Karl Fink und Inken Margarethe Thiessen.


Anni Hoffmanns Geburtstag 1919 in Morsum
Morsum, 8.12.1919. Anni Hoffmann feiert Geburtstag. Mit eingeladen ist Elwine Johler, die Frau des Pastors (obere Reihe 2.v.l.).









Frohes Fest! Morsum, ca. 1930.

In einem Brief vom 27.10.1780 schreibt Seefahrer Schwen Bundis aus Morsum von Bord seines Schiffes dem Zeitgeist entsprechend seinen Kindern: "Bey dem Antritt Eurer Reise in die Welt seid vorsichtig in Euren Handlungen. Ihr habet auf den Beyfall der Welt keine begründete Ansprüche, daß ihr mit Recht zürnen dürfet, wenn man Euch denselben nicht bey allen Gelegenheiten zustehet. Ein kluges Mißtrauen gegen Euch selbst bewahret für die Thorheiten des Stolzes und für die schädlichen Folgen der Vermessenheit. Bedenkt, daß Ihr dem Gemeinwesen gehöret, und nicht Euer Brod essed, um gemächlich zu leben, sondern in seinem Dienste zu arbeiten. Gehet allzeit den geraden Weg; thuet Recht und dann scheuet Niemand. Sorget nicht ängstlich dafür, wie Ihr Euer Glück in der Welt machen solltet; sorget dafür, daß Ihr geschickte Leute und gute Christen werdet, so findet ihr unfehlbar den euch von Gott bestimmten Platz in der Welt. Machet Euch auch bey Eurer größten Redlichkeit auf Veränderungen des Glücks und auf manche widrige Fälle gefaßt. Zuletzt, meine Lieben, und das liegt mir am meisten am Herzen: Fürchtet Gott! Ehret den König und die Obrigkeit!"





Schule in Morsum um 1920. Das Haupthaus mit Lehrerwohnung wurde 1836 gebaut, der Nebenflügel 1858. Hier wohnte von 1922 bis 1945 Lehrer Karl Kruse mit seiner Familie im Giebelzimmer. 1948 zog Lehrer Bensel in die Wohnung. Lehrer Cornehl wohnte im Pastorat, solange Morsum keinen eigenen Pastor hatte (1935 - 1945). vgl. Glindmeier 2002, S. 58, 106.



Lehrer Hannes Hebbeln beschreibt in einem Brief an seine Frau seinen Abschied von der Morsumer Schule:
Lehrer Hebbelns Abschied von der Morsumer Schule




Morsum 1918. Klasse 1: 39 SchülerInnen aus den jüngeren Jahrgängen, die gemeinsam unterrichtet wurden.
obere Reihe (v.l.): Christian Nielsen, Heinrich Thevagt †, Friedrich Thießen, Anton Schmidt, Walter Lorenzen, Peter Henningsen, Jennes Simonsen, Andreas Thießen, Erwin Matzen.
2. Reihe: Boy Bohn, Jens Petersen, Karl Nissen, Martin Jensen, Konrad Boysen, Wilhelm Thevagt, Max Simonsen, Carl Andersen, Carl Ball, Bernhard Jürgensen
3. Reihe: Magnus Henningsen, Magda Heicksen,
Christine Nissen, Inken Thießen, Anna Petersen, Karl Thevagt, Marie Henningsen, Helene Thevagt †, Bertha Petersen, Ose Cornelissen, Paul Knittel
untere Reihe: Julchen Jepsen, Alice Malzan, Erna Howold, Erasmine Hansen, Christian Klint, Luise Thevagt, Ella und Johanna Schwarz.
Lehrer ist vermutlich Peter Hansen




Lehrer Karl Kruse (*25.5.1890 - +26.3.1966) in der Morsumer Schule 1929.




Morsum, ca. 1929. Klassenzimmer in der Schule vor dem Umbau. Sie wurde 1705 als erste öffentliche Schule auf Sylt auf Initiative von Pastor Flor erbaut. Die "kurzsichtige und engherzige" Morsumer Bevölkerung versuchte mit allen Mitteln, den Bau zu verhindern.(C.P.Hansen, S. 111).
Booysen berichtet, dass um 1828 jeweils 2 Lehrer in Morsum tätig waren: Der Küster und ein Seminarist als Unterlehrer. Bis 1790 wurden gewöhnlich bedürftige Seeleute als Schullehrer eingesetzt, Leute, die "sonsten nicht zu gebrauchen" waren. Entsprechend fiel der Untericht aus: Auswendiglernen im Gesangbuche, "Buchstaben machen, was man schreiben nannte, Zahlen machen, was man rechnen nannte"(S.72).
Eine positivere Sichtweise des Schulwesens vor Errrichtung öffentlicher Schulen beschreibt Meinert Nielsen, seit 1951 Lehrer der einklassigen Archsumer Volksschule Archsum in seiner Schrift 200 Jahre Archsumer Volksschule 1761 - 1961: Auch vor Gründung der Volksschule gab es "schon jahrelang vorher wie in allen Dörfern der Insel eine Privatschule, die aber nur den Winter über durchgeführt werden konnte, weil Kapitäne die Lehrer waren, und sie waren den Sommer über auf See. Unterrichtet wurde vorwiegend in Rechnen und Navigation. Gelegentlich kam auch das Lesen und Schreiben dazu. Sofern ein älterer Seemannn zur Stelle war, wurde auch sommertags unterrichtet.... 1762 wurde in Tondern ein Lehrerseminar errichtet... Es ist anzunehmen, daß um 1780 endgültig Schluß war mit den Privatlehrern."


Fotos rechts: Schulausflüge der Morsumer Schule Oben: 1. Mai
unten:





C.P.Hansen bedauert das Los der Sylter Lehrer. "Arm zu sein, ist sehr betrübend auch für den Lehrer, raubt ihm so leicht Muth und Kraft zu seinem undankbaren Berufe. ... Trockenes Brot essen und Wasser trinken, Fasten und Frieren sind für ihn nicht unerträglicher als für andere Dürftige. Jedoch Rechte zu haben, durch Gesetz und Landesfürsten gegeben, und denoch sein ganzes Lehrerleben hindurch erfahren müssen, daß dieselben ... fortwährend gekränkt, ja wohloft gar verhöhnt werden,...das übersteigt auch zuletzt die Geduld eines noch so philosophischen Lehrers." (S. 167f)





Eintrag von Lehrer Peter Hansen in das Poesiealbum von Alma Simonsen. Umschrift von Karin Lauritzen.







Morsum, Mai 1929. Die Schule wird umgebaut.




Ca. 1936. Morsumer SchülerInnen voller Optimismus.
† Gefallen im 2. Weltkrieg.

4.v.r. Erk Lauritzen, jüngerer Bruder von Georg Lauritzen. Erk überlebt den 2. Weltkrieg. Als Fallschrimspringer muß er u.a. über Kreta abspringen. Später wird er Landwirt in Morsum.






Üüs Jungenstir: Liedtext von Max Bossen, Vertonung Lehrer Karl Kruse.
Max Bossen (*5.3.1888 in Westerland †3.11.1958 in Morsum) war Sylter Heimatdichter, schrieb viele Lieder, Verse und Komödien in friesischer Sprache. Max Bossen wohnte mit seiner Frau Emma geb. Petersen im Haus, das heute als Fränkische Weinstube bekannt ist. Er schrieb auch viele friesische Theaterstücke. vgl. Glindmeier 2002, S. 170 Karl Kruse (*25.5.1890 in Brokdorf †26.3.1966 in Morsum), Lehrer in Morsum, war u.a. 40 Jahre lang Chorleiter des Männergesangvereins in Morsum.
Das Lied wird hier auch bald zu hören sein!
(Original-Noten: Emma Scholz)



Morsum.
Schülerinnen kommen zum Gratulieren. Geehrt werden Karl und Mitje Nissen. Im Hintergrund links die Lehrer Erich Cornehl und Ewald Bensel. Schülerinnen (v.l.): Letty Jürgensen, Brunhilde Voss (Fink), Hilde Laabs (Heicksen), Ulla Knitttel, Gerda Litzkow (Bartling), Marianne Lorenzen.







Morsum, ca. 1925.
Mein Haus, meine Tiere, meine Maschinen, meine Familie und Ich.


Jens Booysen, Beschreibung der Insel Silt, Schleswig 1828: Nachdruck 1976 herausgegeben von Manfred Wedemeyer, Schleswiger Druck- uind Verlagshaus, S. 85f
Nach Booysen




Der Misthaufen, Gerätschaften, Knubbelpflaster.




Sylt, ca. 1920.




Das gute Geschirr im Friesenhaus.

Ausgewanderte Morsumer schicken Fotos nach Hause:

Karl Christiansen bei seiner Tochter Thea. Mein Schwiegersohn und Lothars Farmerhaus 1/4 Meile (englisch) bei Nord Lemoore in Tulare County, California.

Elisabeth Westmore belegt in Ihrem Buch Auswanderer von Sylt 1867 - 1914 für diesen Zeitraum allein aus Morsum 95 Auswanderer. Die meisten zieht es in die USA. Insgesamt werden 590 Auswanderungen von Sylt dokumentiert.



Mr. Luskenbild, Anton und ich.



Sylter in den USA, ohne Ortsangabe. Möglicherweise handelt es sich um Julius Matzen (l.). Vgl. die folgenden Fotos.





1893. Morsumer in Iowa. Es dürfte sich um Christian Matzen und seine Frau Clara Zinke handeln. Quelle Emma Scholz. Christian Matzen ist am 26.1.1868 in Morsum geboren und am 3.8.1950 in Oakland/Kalifornien gestorben. Er reiste mit 15 am 20.5.1883 von Hamburg an Bord der Bohemia als Zwischendeckspassagier nach New York. Ankunft 5.6.1883, Einbürgerung 1889. Sie bekommen dre Kinder: Elsie *1895, Irene *1897 und Rosella *1903.Als Berufe gibt er an:Landmann (1893), Tischler (1900 und 1930), Pensionsbetreiber ab 1910. Westmore, S. 193f.




Christian Matzen, Amerika-Auswanderer auf Besuch in seiner Heimat Morsum, steht vor dem Haus von Ferdinand und Mathilde Jensen, heute Lüger Wal 7. Kutscher ist Friedrich Lorenz Petersen. Bildunterschrift: "Hing sich später auf." Neben ihm sitzt Anton Jensen. Mathilde Jensen (*1890) ist eine geborene Matzen. Vgl. Glindmeier S. 244





Dieses Foto zeigt lt. Andreas Lauritzen Julius Matzen.
Julius Matzen ist am 1.12.1877 in Morsum geboren, im Alter von 15 Jahren 1893 ausgewandert und wohnhaft in Milwaukee Ward 17 , Milwaukee, Wiskonsin. Dort wohnt er lt. Volkszählungsunterlagen von 1900 in einem Haushalt mit Chrit Matzen,32, Clara Matzen, 27, Elsa Matzen, 5, Irene Matzen, 3. Julius Matzen heiratet am 16.6.1906 die Morsumerin Jensine Christine Feddersen. Sie haben zwei Töchter: Alice (1907) und Thelma (1909). Lt. Elisabeth Westmore kam Julius Matzen wieder nach Morsum zurück und wurde dort "Julius Dollar" genannt.






1919. Identifizierung des Julius Matzen zum Zwecke der Passausstellung



Identifizierung durch einen Bekannten von Julius Matzen aus dem Jahre 1919 zum Zweck der Passausstellung.





Passantrag von Julius Matzen aus dem Jahre 1919




Niekolaus Nielsen

Austin, Ill. Bei dem Mann handelt es sich um Niekolaus Nielsen (Orthografie Emma Scholz).Sie kannte die Familie des früheren Bäckers Nielsen aus Morsum gut. Vielleicht kommt Niekolaus Nielsen aus dieser Familie.




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Üüs Söl’ring Lön’



August Merkel, *26.12.1899, † 18.8.1976,
Schmied in Morsum







> siehe auch:
Historische Fotos von Friesenhäusern

Sylter Häuser

Badebetrieb auf Sylt

Der 1. Weltkrieg auf Sylt ... viele Fotos aus Klappholttal und vom Ellenbogen

Siehe auch historische Karte von Morsum (Stand 1878)

sowie die Anschlusskarte Keitum



Karte Morsum 1811 (Vermessung 1783-87)

Morsumer mit Hakenkreuz

Zitierte Quellen:
Hansen, Christian Peter; Der Sylter Friese, Kiel 1860

Booysen, Jens; Beschreibung der Insel Silt, Schleswig 1828, Nachdruck von Manfred Wedemeyer (Hrg.), Schleswig 1976

Krohn, Hugo; Die Bevölkerung der Insel Sylt, Bredstedt 1984

Dannenberg, Gerd: Schicksal hinter goldenen Lettern


Viele Männer sind Opfer der Seefahrt:
Bevölkerungsentwicklung
in Morsum

(Krohn, S. 160)

Jahr Gesamt männl. weibl.
1613 298    
1658 345    
1689 460    
1695 471    
1709 550    
1745 738 282 456
1769 786 324 462
1775 780    
1803 761 314 447
1821 703    
1825 728    
1835 705 297 408
1840 734    
1845 749 321 428
1850 767    
1860 771 353 418
1871 681 276 405
1875 664 265 399
1880 662 257 405
1890 669 276 393
1895 636 276 360
1900 555 242 313
1905 484 212 272
1910 473 220 253
1919 489 228 261
1925 763 488 275
1933 511 257 254


Man bleibt unter sich
Auswärtige Ehegatten in Morsum
(Krohn, S. 163)

Jahr Ehen insg. männl.
ausw.
weibl.
ausw.
1651-
1674
72 2 0
1675-
1699
106 3 0
1700-
1724
120 4 0
1725-
1749
163 24 0
1750-
1774
117 17 0
1775-
1799
131 28 4
1800-
1849
145 42 4
1850-
1874
134 37 7
1875-
1899
128 37 2
1900-
1924
142 28 13
1925-
1933
39 20 14

"Die Zuwanderer kamen meist als landwirtschaftliches Gesinde und Handwerker nach Morsum, in früheren Zeiten waren wohl viele Seefahrer darunter. Die Mehrzahl entstammte den nahegelegenen friesischen Marschdörfern der Wiedingharde und dem sich nach Norden erstreckenden Küstensaum bis nach Ripen hinauf."
Diesen Weg beschritt auch

Nikolai
Christian Lauritzen
,

der aus Neukirchen nach Morsum kam , um zunächst als landwirtschaftlicher Helfer beim Pastor zu arbeiten. Krohn weist in den Jahren
1861
1867
1868
1876
1900
jeweils einen Zuwanderer aus Neukirchen nach Morsum nach. Ich habe noch nicht herausgefunden, wann NCL nach Morsum kam.



Quellen:
Walter Glindmeier, Morsumer Häuser im Wandel der Zeit 1920 bis 2002, Niebüll 2002

Elisabeth Westmore, Auswanderer von Sylt 1867 - 1914, Norderstedt 2015

Holger Piening, Zwischen Monarchie und Führerstaat, Nordfriesische Pastoren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, in: Zwischen Eider und Wiedau, Nordfriesland 2017

















































































































































































































































































































































































































































































































































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