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Hamburg, 16./17. Februar 1962
Nach der Flut ist vor der nächsten 1 2

Hamburg,

Fotos aus Hamburg-Wilhelmsburg

Anwohnerfotos gesammelt von Ewald Rüffer, Wilhelmsburg.
Alternativ-Fotos aus dem März 2003: Gehen Sie dazu mit der Maus aufs Bild.



Veringstrasse Ecke Fährstrasse. Das Wasser braucht Tage, um abzulaufen. Erst dann werden viele Zerstörungen sichtbar.





Veringstrasse Ecke Fährstrasse



Veringstrasse Ecke Fährstrasse



Veringstrasse Blick nach Norden



Veringstrasse Blick nach Süden






Veringstrasse





18.2.1962, Fährstrasse: Ein Mungo des THW im ablaufenden Hochwasser. Er war einen Tag vorher in ein für den Fahrer nicht erkennbares Wasserloch gefahren und umgestürzt. Die beiden Insassen befreiten sich aus dem versunkenen Fahrzeug und schwammen auf sicheres Gelände. Foto: Günther Hachmeister


Fährstrasse. Foto: Günther Hachmeister


Fährstrasse. Foto: Günther Hachmeister




Fährstrasse.
Man erkennt den höchsten Wasserstand an der Färbung der Hauswand. Foto: Günther Hachmeister



Fährstrasse. Ein Fiat taucht aus der Flut auf.
Man erkennt den höchsten Wasserstand an der Färbung der Hauswand. Foto: Günther Hachmeister



Fährstrasse


Fährstrasse. Foto: Günther Hachmeister


Fährstrasse. Foto: Günther Hachmeister



Georg-Wilhelm-Strassse Ecke Vogelhüttendeich.
Man erkennt den höchsten Wasserstand an der Färbung der Hauswand.
Diese Häuser liegen leicht erhöht. Foto: Günther Hachmeister






Georg-Wilhelm-Strassse
Der höchste Waserstand hier ca. 10 cm über der Unterkante der Parterrefenster.



Georg-Wilhelm-Strassse


Georg-Wilhelm-Strassse







Georg-Wilhelm-Strasse





Stübenplatz. Foto: Günther Hachmeister







Stübenplatz. Foto: Günther Hachmeister







Blick von der Brücke der Georg-Wilhelm-Strassse über den Ernst-August-Kanal nach Osten. Im Hintergrund die Häuserblocks der Harburger Chaussee. Das ins Wasser führende Geländer ist der Weg zum Honartsdeicher Weg. Foto: Günther Hachmeister







Blick von der Brücke der Georg-Wilhelm-Strassse über den Ernst-August-Kanal nach Osten. Viele Behelfsheime waren überflutet, manche von den Wassermassen zusammengefallen. Das Schrebergartengelände war wie eine Wanne vollgelaufen.



Behelfsheime in Kleingartensiedlung Behelfsheime nach der Flut. Foto: Günther Hachmeister




Behelfsheime in Gartenkolonie Behelfsheime nach der Flut. Foto: Günther Hachmeister

 

Behelfsheim nach der Flut
Behelfsheim nach der Flut. Foto: Günther Hachmeister


Behelfsheim nach der Flut
Behelfsheim nach der Flut. Foto: Günther Hachmeister




Behelfshaus am Zollzaun
Behelfsheim nach der Flut. Foto: Günther Hachmeister





Blick von der Brücke der Georg-Wilhelm-Strassse über den Ernst-August-Kanal nach Osten. Foto: Günther Hachmeister



Ecke Georg-Wilhelm-Strasse Harburger Chaussee (Alte Landesgrenze). Rechts die Straßenbahn-Schienen nach Veddel. Die nach unten führenden Schienen laufen nach Wilhelmsburg, die nach links laufenden Richtung Hafen und Zoll. Der Zollzaun war eingerissen. Foto: Günther Hachmeister







Ehrung von Helfern.
Paul Nevermann ehrt mit dieser Urkunde den englischen Soldaten Mike Yarnold, damals 22, für seine Verdienste bei der Flutkatastrophenhilfe. Der damalige Innensenator Helmut Schmidt hat nach einem Hubschrauberflug über dem Katastrophengebiet Bundeswehr und Nato-Truppen unkonventionell um Hilfe gebeten. Mike Yarnold schreibt heute:"I was one of the British soldiers who helped during the rescue operation. I was stationed in Nienburg Weser at the time. I remember how cold it was -20 grad! Everyone in Hamburg were so kind to us giving us food and bier!!!!" Mike Yarnold war damals Rekrut bei den Pionieren (sapper abgekürzt spr. bei den Royal Engineers). Hier Mike Yarnolds Erinnerungen an den Einsatz zum Herunterladen:
Englisches Original Deutsche Übersetzung



Stützpunkt von Hilfskräften südlich der Alten Elbbrücke
Ein Stützpunkt der Hilfskräfte unmittelbar südlich der Alten Elbbrücke. Die Wilhelmsburger Reichsstrasse und die Georg-Wilhelm-Strasse waren wegen Überflutung für den zivilen Verkehr gesperrt. Foto: Günther Hachmeister




Günther Hachmeister fährt mit seinem Vater (links im Bild ist seine Schulter zu sehen) auf der Pritsche eines Lastwagens zu seinen Großeltern in Eißendorf im südlichen Harburg. Weil die Telefone nicht mehr funktionieren, wollen sie ihnen ein Lebenszeichen geben. Auf Umwegen über die Neuhöfer Straße können sie die Alte Süderelbbrücke und Harburg erreichen. Die Erlebnisse der vergangenen Tage sind für sie überwältigend präsent. Sie tragen notgedrungen Gummistiefel. In Harburg, das vom Wasser unbeeinträchtigt geblieben ist, ziehen sie befremdliche Blicke auf sich: Warum Gummistiefel? Bei seinen Großeltern erwarten sie ein Zeichen der Erleichterung darüber, dass die Familie noch lebt. Die Reaktion beim Öffnen der Tür: "Na, habt ihr auch nasse Füsse gekriegt?" Diese Reaktion ist damals häufig gewesen bei Hamburgern sagt Günther Hachmeister heute. Wer in seinem Stadtteil nicht selbst betroffen war und das Unglück nur aus den ersten Medienberichten kannte, hatte noch keine Vorstellung vom Ausmaß des Geschehens. Für sie war alles zunächst nur ein Film von vielen im Fernsehen. Wenn man umschaltete, war die Welt wieder heil.




Liebe Jäger, Meister, Wilhelmsburger und Geniesser!
Den Wilhelmsburger Deichbruch kann man auch trinken. Der Halbbitter-Likör hat 40 % Alkolol und wird seit 1910 in der Tradition des Gründers Nicolaus von Drateln produziert. Früher ein in jeder Wilhelmsburger Gastwirtschaft erhältlicher Exportschlager, der in Schweden und der Schweiz nachgefragt wurde, ist er heute ein Schluck für ein paar traditionsbewusste Geniesser. Kräuter, Kräuter: Ich schmecke Elbdeichweide heraus. Süss-herbe aromatische Feuchtwiesenkräuter. Das Rezept bleibt ein Betriebsgeheimnis der Altonaer Firma F. Reimers, die jetzt die Produktion übernommen hat. Bezugsquelle:
Verein für Heimatkunde c/o Peter Falke, Tel. 754 94 90.
(Keine Werbung, redaktionelle Überzeugung; der Webmaster). P.S. Wie kann man den Geschmack vom Wilhelmsburger Deichbruch besser beschreiben.




Mittlerweile ist in hochwassergefährdeten Gebieten Hamburgs ein Evakuierungsplan entwickelt worden. Die Deiche werden gegenwärtig ein weiteres Mal erhöht von 7,20m auf 8,60m über NN. Das verheerende Hochwasser von 1962 erreichte 5,70m über NN.





An der Ecke Siedenfelder Weg/Kirchdorfer Straße erinnern drei Denkmäler an die seit Jahrhunderten bestehende Hochwassergefährung von Wilhelmsburg.




Dieses Denkmal erinnert an die Sturmflutopfer von 1962. Bis zum Jahr 2006 wurde hier am 16. Februar im Gedenken an die in der Sturmflut Ertrunkenen eine Feier veranstaltet. Rechts liegen zwei Einkaufswagen.




"Toten zur Ehre." Wie es scheint, buhlen Sprayer um diese Ehre in Konkurrenz mit den Toten. (Fotos vom 22.1.2008)

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Günther Hachmeister
Günther Hachmeister mit seiner Agfa Silette


Günther Hachmeister hat als 16jähriger die meisten Fotos dieser Seite aufgenommen. Am Samstag nach der Flutnacht steht das Wasser vor seiner Wohnung am Geraer Weg in Wilhelmsburg noch über 1 m hoch. So schiesst er die ersten Bilder notgedrungen aus seiner Wohnung in der zweiten Etage. Am Sonntag nach der Flut kann er sich wieder auf die Straße wagen. Er hat nur einen 36er Kleinbildfilm und versucht händeringend, in den umliegenden Fotogeschäften weitere Filme zu kaufen. "Foto Schreiber und Foto Elwert waren abgesoffen." Erst in einer kleinen Drogerie an der Veringstraße wird er fündig. Dort waren die Filme in einem Regal sehr hoch gelagert und durch Wasserschaden nicht vernichtet worden. Einen Film für 24 Aufnahmen kann er ergattern.

Das Fotografieren und die Dunkelkammertechnik erlernt Günther Hachmeister als Schüler der Schule Slomanstieg auf der Veddel.

Fotografieren wird zum Hobby, dem er bis heute treu bleibt. Alle technischen Veränderungen macht er mit: Von Schwarzweiß zu Farbe, über Dias zum Super-8-Film. Es folgt die Vertonung der Super-8-Filme, VHS-Videos, Camcorder und die Digitalfotografie. Nicht ohne Stolz zeigt er seine neueste Kamera, eine digitale Spiegelreflex: "Die war nicht ganz billig."

Seine liebsten Motive sind jetzt die Enkelkinder und seine Heimatstadt Hamburg.

Beruflich war Günther Hachmeister zunächst Dachdecker "Vom Lehrling bis zum Meister". 1972 geht er als Späteinsteiger in den Polizeidienst. Heute lebt er als Rentner in Neuwiedenthal. "So alt ich auch werde, das Datum 17. Februar weckt immer wieder meine Erinnerungen." (Februar 2012)





Hintergrund

Der elbnahe, tief gelegene und dicht besiedelte Stadtteil Wilhelmsburg hatte durch die Sturmflut 1962 besonders viele Tote zu beklagen.

Insgesamt werden bei der Sturmflut 1962 120 Quadratkilometer des Hamburger Stadtgebiets überflutet. In diesen Gebieten wohnen ca.
100 000 Menschen. 20 000 von ihnen verlieren vorübergehend ihr Obdach.

247 Hamburger sterben, darunter 172 aus Wilhelmsburg.

vgl. Hans Bütow (Hrg.), Die große Flut 1962, Freie und Hansestadt Hamburg, Schulbehörde, o.J.


Hamburg hatte auch deshalb so viele Opfer zu beklagen, weil das verheerende Nachthochwasser vom Freitag, 16./17.2.62 noch am Abend von den Meteorologen viel niedriger eingeschätzt wurde. Die Menschen, deren Lebensraum seit 1825 nicht mehr von Deichbrüchen betroffen war, gingen einfach zu Bett. Sie hielten Sturmfluten für ein Problem der Nordseeanrainer. Das Fernsehen meldete um 22.15 Uhr erstmals, die Flut werde 3 1/2 m höher als sonst ansteigen. Es stieg schliesslich auf 5,18 m über Normal-Null. Das Wasser stand in der Altstadt bis zum Rathaus, in den Marschlanden nördlich der Dove-Elbe von Moorfleet bis Bergedorf. Am stärksten war der Süden Hamburgs betroffen. Alle elbnahe Gebiete zwischen Cranz und Bullenhausen standen praktisch bis zur Bahnlinie nach Cuxhaven am Fuße der Harburger Berge unter Wasser, mehr als 150 Quadratkilometer. Nur die Innenstadt von Harburg blieb verschont. In Wilhelmsburg stand das Wasser bis zu 3m hoch in den Strassen. (Quelle: Sonderdruck des Hamburger Abendblatts vom März 1962, Nachdruck aus ca. 2002). Betroffen war natürlich nicht nur Hamburger Gebiet, sondern die gesamte Westküste.



Abgrund
Das Waten durch überspülte Flächen war nur scheinbar ohne Risiko. An der Fährstrasse gab es bei den Strassenbahnschienen ein tiefes Loch in Mitten der sonst nur flach vom Hochwasser bedeckten Strasse. Diese Unterspülung lag an einer von Fussgängern häufig frequentierten Stelle. Anwohner, die aus dem Fenster guckten, konnten ahnen, was diesen Fussgängern passierte, wenn sie sich der Stelle näherten: Sie standen alsbald bis zur Gürtellinie im Wasser.


Was bleibt
"Ich war damals noch ein Kind von 7 Jahren als die Flut kam. Meine Mutter und ich wohnten in der Nähe vom Haulander Weg, quasi am Reiherstiegdeich in einer Plattenbausiedlung. Wenn unser Nachbar uns nicht mitten in der Nacht geweckt hätte, wären wir wohl auch jämmerlich ertrunken. Wir haben uns dann noch trockenen Fußes in die Gaststätte "Zur Linde" gerettet, die damals ja schon erhöht lag. Nach mehreren Stunden des Wartens, zuletzt ohne Licht, wurden wir von Bundeswehrfahrzeugen abgeholt und kamen in die Friedrich-Ebert-Halle in Harburg. Dort verbrachten wir dann einige Tage einschließlich meines 8.Geburtstages in einer Turnhalle. Später wurden wir in die Heide evakuiert.Meine Mutter hatte mich, nachdem das Wasser abgelaufen war, einmal zu unserem ehemaligen Heim mitgenommen. Was ich damals sah, werde ich mein Lebtag nicht mehr vergessen. Das Wasser hatte1,80m im Haus gestanden. So ist unser damaliger Nachbar zu unserem Lebensretter geworden."

Ute Baier im Dezember 2008

























































































































































































































































































































































































































































































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