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FotoBioGrafie
Kyffhäuser- Kinder- und Waisenheim

Hamburg,

Haupteingang
Osnabrück, ca. 1936, Knollstraße 86, Renthe-Fink-Haus. Der Haupteingang.


Julius "Juke" Randa bekommt 1936 vom Kyffhäuserbund eine leitende Tätigkeit im Kinderheim des Renthe-Fink-Hauses in Osnabrück, Knollstraße 86 angeboten und zieht mit seiner Frau Anna, genannt Dörte, dorthin. Beide haben keine eigenen Kinder. Bis dahin ist er als Lehrer in Hamburg tätig gewesen, seine Frau hat sich um die Kinder ihres verwitweten Onkels Karl Frahm gekümmert.

Die neue Stellung reizt ihn. Bisher arbeitet er als Volksschulehrer in Altona.. Er ist im 1. Weltkrieg Soldat mit verschiedenen Auszeichnungen gewesen und passt deshalb nach damaliger und vermutlich auch eigener Auffassung mit seiner Vita gut in dies Kinderheim des Soldatenbunds Kyffhäuser. Vielleicht ist er auch schon länger Mitglied des Kyffhäuserbunds gewesen. Sie wird im Hauswirtschaftsunterricht tätig. Den jüngsten Sohn Jürgen *ca.1931 von Karl Frahm nehmen sie mit Einverständnis des Vater mit nach Osnabrück und ziehen ihn groß. Karl Frahm wollte nicht nicht noch über eine dritte Heirat für eine neue Mutter sorgen. Karl Frahm bleibt in der Anrede weiter "Vater", Juke ist für ihn "Juke" und da er seine Mutter nicht erinnert, wird Dörte zu "Mutti".

Das Haus wurde nach dem Deutsch-Französichen Krieg 1970/71 zur Unterbringung und Betreuung von Kriegswaisen gegründet. Schirmherrin war Auguste Victoria, die Ehefrau von Wilhelm II. 1888 wurde ihr Ehemann zum deutschen Kaiser gekrönt. Sie wurde damit Kaiserin.

In der Zeit des 3. Reichs dient das Haus dazu, Waisen und Halbwaisen aufzunehmen und "zu vollwertigen Gliedern des nationalsozialistischen Staates Adolf Hitlers zu erziehen." Es gehört jetzt zum NS-Reichskriegerbund und ist laut Begleittext zu den Fotos eines der schönsten in Deutschland.

"Dem Heim ist eine staatlich anerkannte Haushaltungsschule mit Internat angegliedert, in die junge Mädchen von 15 - 18 Jahren gegen Entgelt aufgenommen werden, die nach einjährigem Lehrgang mit dem Abschlusszeugnis ins Berufsleben hinausgehen."

Es ist davon auszugehen, dass das Ehepaar Randa dem Nazionalsozialismus als Mitläufer verbunden war. Darauf deutet die freiwillig übernommene Tätigkeit in dieser durch Hakenkreuzsymbolik geprägen Einrichtung hin. Juke war vermutlich Parteimitglied.

Die folgenden Fotos zeigen den nationalsozialistischen Drill der Kinder, überwiegend aber harmonisch dargestelltes scheinbar alltägliches Heim- und Internatsleben unter optimalen Rahmenbedingungen. Es wäre interessant, hierzu Äußerungen von den damals dort untergebrachten Kindern zu bekommen. Die Bilder sind zur Propaganda für das Haus und den Nationalsozialismus gemacht worden. Sie werden in diesem Fall zur Anschauung der neuen Lebenswelt der Randas an Elwine Johler geschickt, eine entfernte Verwandte, die die beiden aus Hamburg gut kennt. Die drei bleiben per Brief in Kontakt. Kurz nach Kriegsende besucht Elwine mit ihrer Tochter Karin die beiden in Osnabrück. Es gibt noch Briefe der Randas aus der Zeit, die ich auswerten werde. Elwines Tochter Karin Lauritzen geb. Johler beschreibt Juke als netten und guten Menschen.


Anna (gen. Dörte) Frahm
*14.7.1896 in Bremen
°° 9.4.1920 in Bremen den Lehrer Julius Randa (* 17.8.1894 in Leer, Ostfriesland,~7.10.1894 Beim Militär 1.8.1914-1.4.1921, zuletzt Oblt.d.R. Oldenburger Infanterie-Regiment Nr. 91. Eisernes Kreuz 15.10.1915, Eisernes Kreuz I.Kl. 23.4.1918, 38 Gefechte. Verwundeten-Abzeichen mattgelb 4.5.1919, Fr.Aug.Kr. IIu.I.,K.u.K.Mil.Verd.Kr.III.Als Lehrer tätig in Hameln(1911-14 Seminar) Fürstenau/Bersenbrück (1921-30), Altona (1930-1936), Sohn des Kaufmanns im Eisenwarenhandel Henrikus Randa und Henriette Sophie geb. Müller.


"Fahnenparade"
Karin Lauritzen geb. Johler kommentiert 2021::"Es war alles verhitlert. In meiner Schule am Vossberg in Hamburg-Winterhude gab es ab 1933 jeden Montag auf dem Schulhof eine Flaggenparade. Es wurden 2 Lieder gesungen. Deutschland, Deutschland über allles...und Die Fahnen hoch, die Reihen fest geschlossen.. Alle Strophen. Immer mit erhobenem Arm. Wir Kinder konnten nicht mehr den Arm hochhalten. Ich war damals in der 3. und 4. Klasse. Das Bild oben ist damals Alltag gewesen."



"Eingangshalle"




"Festsaal". Rechts ein Flügel, links ein Harmonium.
Karin Lauritzen, eingeschult in Hamburg 1931:" In der 1. Klasse haben wir noch schöne Lieder gesungen. Später hingen überall diese Dinge wie auf dem Foto. Auch in der Schule. Aber nicht im Klassenzimmer. Als Kinder wussten wir von nichts. Nach der Reichskristallnacht 1938 wurde bei uns darüber auch in der Schule gesprochen. Die Lehrer sagten, das Volk habe sich gewehrt. Wir konnten das damals nicht einordnen. Meine Eltern sprachen nicht darüber. Wohl aus Angst, etwas zu sagen, was von den Kindern weitergetragen werden könnte. Zu gefährlich."




"Speisesaal"




"Beim Unterricht"
Die Schülerinnen schreiben noch auf Schiefertafeln. Der Unterricht wirkt auf den ersten Blick für die Zeit fortschrittlich.





"Mädchen-Wohnraum"
Stricken, Häkeln, Lesen. Geschickte Regie.




"Freizeitgestaltung"
Musik per Geige, Blockflöte und Ziehharmonika waren sicherlich nicht alltägliche Begleitung der Freizeitgestaltung. Sie hätten eher genervt. Fake news.


"Küche der Haushaltungsschule"
Schön gestelltes Foto. Geschäftiges Treiben. Alle Töpfe scheinen leer zu sein.




"Werkunterricht"



"Boxkampf"



"Im Geflügelhof"




""Der Freund der Kleinsten"





"Gartenarbeit"






"Schwimmbad"





"Auf der Liegewiese"






"Waschraum"






"Schlafsaal"



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